Neues Behandlungsprogramm zum chronischen Rückenschmerz in Berlin Ziel des interdisziplinären Vertrags: Erhalt der Arbeitsfähigkeit

Von Rückenschmerz geplagte Patienten werden künftig in Berlin noch besser versorgt. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat zusammen mit der KKH-Allianz ein interdisziplinäres Behandlungsprogramm zur Versorgung von Patienten mit chronischem Rückenschmerz geschlossen. Alle Versicherten der KKH-Allianz mit chronisch wiederkehrenden Rückenschmerzen können sich ab sofort in diesen neuen Vertrag einschreiben. Voraussetzung ist, dass sie volljährig und mit dieser Diagnose aktuell seit mindestens 14 Tagen krank geschrieben sind sowie einen grundsätzlichen Anspruch auf Krankengeld haben.
„Die Entwicklung des Versorgungsprogramms zum akuten Rückenschmerz vor zwei Jahren hat gezeigt, dass es auch einen Bedarf an vertragsärztlich koordinierter interdisziplinärer Versorgung von chronischen Rückenschmerzen gibt. Auf Grundlage der Nationalen VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz hat die KV Berlin gemeinsam mit der KKH-Allianz auch für chronische Rückenschmerzen einen speziellen Versorgungsvertrag entwickelt“, erklärt die Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, Dr. Angelika Prehn. „Natürlich hoffen wir, dass dieses Versorgungskonzept auch möglichst bald den Versicherten anderer Krankenkassen offen steht“, so Prehn weiter.
Betroffene Patienten müssen bereit sein, sich aktiv an der Behandlung zu beteiligen. Zusätzlich zu den in der Nationalen VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz empfohlenen Maßnahmen zur Diagnostik und Therapie werden den Teilnehmern des Vertrages ergänzende Angebote gemacht. „Patienten mit chronischen Rückenschmerzen sollen von diesem Vertrag gezielt profitieren. Wir hoffen, mit dem interdisziplinären Behandlungsprogramm die Versorgung der Patienten soweit zu verbessern, dass die Erwerbsfähigkeit wiederhergestellt und auch langfristig erhalten bleibt“, fasst Burkhard Bratzke, Vorstandsmitglied der KV Berlin, die Zielset-zung des Vertrages zusammen.
„Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten und teuersten Behandlungsanlässen der ambulanten und rehabilitativen Versorgung“, betont Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz. „Den gesetzlichen Krankenkassen entstehen jährlich Kosten in Höhe von rund 7,1 Mrd. Euro für die Folgen von Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen sowie anderen Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen. Neben einer verbesserten Versorgungsqualität wollen wir auch Effizienzreserven erschließen“, erklärt Kailuweit die Motivation der KKH-Allianz für diesen Vertrag.
Bei dem Versorgungsvertrag zwischen der KV Berlin und der KKH-Allianz handelt es sich um einen Vertrag auf Grundlage des Paragraphen 73c SGB V. Die Patienten schreiben sich bei einem teilnehmenden koordinierenden Arzt ein und werden bedarfsgerecht an mitbehandelnde Ärzte und/oder Psychologische Psychotherapeuten überwiesen. Der koordinierende Arzt steht ihnen als fester Ansprechpartner für die gesamte Behandlungsdauer zur Verfügung. Zudem profitieren die Teilnehmer von einer kurzfristigen Terminvergabe und der regelmäßigen Überprüfung des Behandlungserfolgs. Bei Bedarf wird die Behandlung entsprechend der individuellen Situation angepasst.

KKH-Allianz
Die KKH-Allianz ist Deutschlands viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit rund zwei Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der gesetzlichen Krankenversicherung. Über 4.000 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Als eine der ersten gesetzlichen Krankenkassen hat sich das Unternehmen auf den Qualitätsprüfstand des unabhängigen Versicherungsprüfers Assekurata gestellt und konnte das sehr gute Gesamturteil auch in Folgeratings bestätigen. Exklusiver Kooperationspartner der KKH-Allianz ist die Allianz Private Krankenversicherungs-AG. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt knapp fünf Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH-Allianz ist Hannover.
KV Berlin
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin organisiert die ambulante medizinische Versorgung der gesetzlich versicherten Menschen in Berlin. Mit ihren rund 8.500 Mitgliedern, den niedergelassenen Ärzten, Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, sorgt sie dafür, dass die Berliner eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige ambulante Behandlung erhalten. Die KV Berlin gewährleistet dabei eine Versorgung der Patienten zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie organisiert unter anderem den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, der rund um die Uhr im Einsatz ist.

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