„Wenn Großmutter in die Jahre kommt “ – Expertengespräch der ERGO Versicherungsgruppe

Wenn Großmutter in die Jahre kommt – Wissenswertes zur Pflegeversicherung

Die Lebenserwartung der Deutschen nimmt kontinuierlich zu – und das seit über 100 Jahren. Eigentlich ein Grund zur Freude, wenn damit nicht auch die Zahl der Pflegefälle ansteigen würde. Schätzungen zufolge könnte deren Zahl bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent zunehmen. Das Problem dabei: Die staatliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der anfallenden Kosten ab. Sind die Rücklagen der Betroffenen erst einmal aufgebraucht, müssen ihre nächsten Verwandten für die nötigen Pflegemaßnahmen aufkommen. Wie sich das verhindern lässt und welche wirksamen Ergänzungen zur staatlichen Pflegepflichtversicherung es gibt, erklärt Gabriele Thomaßen von der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Wer zum Pflegefall wird, läuft schnell Gefahr, seine wirtschaftliche Existenz zu verlieren – deshalb wird die private Vorsorge immer wichtiger. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abschluss einer solchen Pflegezusatzversicherung?
Je früher, desto besser! Denn selbst wer heute jung und gesund ist, kann beispielsweise durch die Folgen eines Schlaganfalls über Nacht zum Pflegefall werden. Besonders niedrige Prämien sichert sich, wer bis spätestens Ende 50 eine Pflegezusatzversicherung abschließt. Doch auch ältere Menschen, die für den Fall der Pflegebedürftigkeit um ihre Ersparnisse fürchten oder Angst haben, zur wirtschaftlichen Belastung für ihre Kinder zu werden, können und sollten sich für eine Pflegezusatzversicherung entscheiden.

Welche Formen der Pflegezusatzversicherung gibt es und was sollte eine private Absicherung leisten?
Wir unterscheiden bei der Pflegeergänzungsversicherung zwischen der Pflegekostenversicherung (DKV-Tarif PEK) und der Pflegetagegeldversicherung (DKV-Tarif PET). Der PEK stockt die Leistungen der staatlichen Pflegeversicherung je nach Pflegestufe und Art der Pflege auf. Wird beispielsweise ein Pflegebedürftiger der Pflegestufe I zu Hause von einem professionellen Pflegedienst betreut, belaufen sich die Kosten auf monatlich knapp 730 Euro. Da die Pflegekasse davon nur 440 Euro übernimmt, schießt der PEK bis zu 220 Euro zu. Wer hingegen einen PET abschließt, legt vorab ein gewünschtes Pflegetagegeld fest. Dies wird dann im Leistungsfall, entsprechend der festgestellten Pflegestufe, ausgezahlt. Bei einem Tagessatz von 50 Euro können das monatlich bis zu 1.500 Euro sein. Wer einen optimalen Rundumschutz möchte, kann zudem beide Tarife miteinander kombinieren: So werden die tatsächlich anfallenden Kosten vom PEK bezuschusst und der PET eröffnet wertvollen Spielraum für zusätzliche, notwendige Ausgaben.

Bei vielen Versicherungen können Leistungen erst nach einer bestimmten Frist in Anspruch genommen werden – ab wann greift der Schutz einer neu abgeschlossenen Pflegezusatzversicherung?
Grundsätzlich gibt es bei vielen Versicherern so genannte Wartezeiten zu erfüllen, die eine leistungsfreie Zeit des Versicherers ab Versicherungsbeginn vorsehen. Sie betragen in der Regel drei Jahre. Die DKV verzichtet bei ihren Pflegeergänzungsversicherungen auf diese Wartezeiten. Der Versicherungsschutz besteht also nach Abschluss sofort. In jedem Fall empfehlen wir, sich frühzeitig für eine zusätzliche Absicherung bei Pflegebedürftigkeit zu entscheiden, damit die finanziellen Folgen einer unfall- oder krankheitsbedingten dauerhaften Pflegebedürftigkeit zumindest überschaubar bleiben.

Über die ERGO Expertin
Gabriele Thomaßen (Jahrgang 1957) arbeitet seit 1977 bei der DKV Deutsche Krankenversicherung und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Pflege. Im Jahr 2003 übernahm sie die Leitung der Abteilung Pflegeversicherung. Seitdem setzt sie sich unter anderem dafür ein, dass pflegebedürftige DKV Versicherte möglichst gut versorgt und betreut werden. Der persönliche Kontakt zum Kunden ist ihr dabei sehr wichtig.

Die ERGO Expertengespräche und viele weitere Verbrauchertexte stehen für Sie unter www.ergo.com/verbraucher bereit.

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