„Heizöltanks – eine Gefahr für die Umwelt?“ – Expertengespräch der ERGO Versicherungsgruppe

Endlich ist es soweit: Wenn die Tage langsam wieder länger und die Temperaturen allmählich freundlicher werden, steht der Frühling vor der Tür. Das Letzte, was die meisten Menschen nun im Sinn haben, sind Matsch, Schnee und klirrende Kälte. Dennoch: Wer schon jetzt an den nächsten Winter denkt, kann bares Geld sparen. Denn gerade am Ende der Saison ist Heizöl in der Regel besonders günstig – und kann getrost den ganzen Sommer über im hauseigenen Öltank auf seinen Einsatz warten. Doch wie sicher sind diese Tanks überhaupt, und was passiert, wenn einmal etwas von dem giftigen Brennstoff ausläuft? Woran preisbewusste Betreiber von Ölheizungen unbedingt denken sollten, welche Pflichten sie haben und welche Gefahren lauern können, erklärt Tanja Cronenberg, Haftpflicht-Expertin bei der ERGO Versicherungsgruppe.

Viele Hausbesitzer nutzen in den nächsten Wochen die Gunst der Stunde und kaufen günstiges Heizöl für den nächsten Winter. Eigentlich sinnvoll, oder?
Natürlich lohnt es sich, vorausschauend zu planen und den eigenen Öltank bis zur Oberkante aufzufüllen, solange die Preise im Keller sind – schließlich wird Heizöl bis zum nächsten Winter ja nicht schlecht. Allerdings müssen Öltanks auch regelmäßig gewartet werden. Geschieht das über Jahre hinweg nicht, besteht die Gefahr, dass ein Tank leck wird. Gerade bei unterirdischen Öl-Reservoirs im Garten kann das schwerwiegende Folgen haben. Schon eine kleine Menge Heizöl kann nämlich zu ernsthaften Schäden am umliegenden Erdreich führen und sogar das Grundwasser gefährden.

Mit welchen Folgen müssten Hausbesitzer rechnen, wenn tatsächlich einmal Öl austritt?
Grundsätzlich ist der Eigentümer des Öltanks in der Pflicht, für die entstehenden Schäden an Erdreich und Grundwasser aufzukommen – und zwar laut Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sogar dann, wenn es trotz regelmäßiger Wartung zu einem Leck kommt. Das Problem dabei: Die Kosten für Aushub und Entsorgung des verseuchten Erdreichs sowie die notwendigen Aufwendungen für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes übersteigen in den meisten Fällen die finanziellen Mittel der Tank-Eigentümer um ein Vielfaches.

Können sich Hausbesitzer vor dem drohenden finanziellen Fiasko im Fall der Fälle schützen?
Ja – mit einer so genannten Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung. Diese kann entweder einzeln oder im Rahmen einer Wohngebäude-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Für normale private Tanks mit einem Fassungsvermögen von mehreren Tausend Litern liegen die Kosten für dieses große Stück zusätzlicher Sicherheit bei nur ein paar Euro im Monat. Allerdings hat bisher erst jeder zehnte Öltankbesitzer in Deutschland tatsächlich mit dem Abschluss einer solchen Police vorgesorgt. Dies liegt sicherlich auch daran, dass ein Großteil der mit Öl heizenden Hauseigentümer gar nicht weiß, welche Gefahren von einer solchen Anlage ausgehen können…

Über die ERGO Expertin
Tanja Cronenberg (Jahrgang 1969) ist Expertin für Schadenmanagement und in dieser Funktion zuständig für die Haftpflicht-, Hausrat- und Kfz-Versicherungen der ERGO-Versicherungsgruppe. Die Volljuristin arbeitet seit 1997 für die Versicherungsgruppe – zunächst für die Victoria, dann für die gesamte ERGO. Sie hat einen kleinen Sohn und entspannt in ihrer Freizeit am liebsten bei Gartenarbeit und Reisen.

Die ERGO Expertengespräche und viele weitere Verbrauchertexte stehen für Sie unter www.ergo.com/verbraucher bereit.

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