„Gesunde Bräune auch im Winter?“ – Expertengespräch der ERGO Versicherungsgruppe

Zu einem gepflegten, sportlichen Äußeren gehört für viele – auch im Winter – ein dezent gebräunter Teint. Wer dafür in der kalten Jahreszeit nicht eigens eine Fernreise unternehmen kann, weicht in der Regel ins Solarium aus. Allerdings birgt die künstliche Bräune einige Risiken, insbesondere für jüngere „Sonnenhungrige“. Welche Gefahren lauern und wie man auch ohne künstliches Licht sein Wohlbefinden verbessern kann, erläutert Dr. Wolfgang Reuter, Arzt und Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Trotz Verbot stellen Jugendliche nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums rund ein Viertel der Kundschaft in deutschen Solarien. Warum ist der Besuch einer Sonnenbank gerade für Teenager so problematisch?
Junge Haut ist besonders empfindlich – die für die Hautproduktion wichtigen Basalzellen liegen im Vergleich zum Erwachsenen noch erheblich dichter unter der Oberfläche. Starke UV-Strahlung wirkt sich beim Teenager so besonders schädlich aus. Die Folgen werden dann meist erst viele Jahre oder Jahrzehnte später sichtbar: Denn wer schon in jungen Jahren regelmäßig ins Solarium geht, hat ein um 75 Prozent höheres Risiko, später an Hauptkrebs zu erkranken. Deshalb gilt für die Nutzung von Solarien aus gutem Grund seit 2009 ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestalter von 18 Jahren.

Grundsätzlich können UV-Strahlen aber auch positive gesundheitliche Effekte haben, oder?
Sonnenlicht auf der Haut ist wichtig für unseren Organismus, denn es erhöht beispielsweise die Vitamin D-Konzentration im Blut – und Vitamin D ist dafür bekannt, das Krebsrisiko zu vermindern. Wer im Winter ab und zu einen Spaziergang an der frischen Luft macht, bekommt für diesen Zweck in aller Regel aber auch genug Sonne ab – und das ganz ohne die Risiken einer künstlichen Bestrahlung. Sonnenhungrige, die dennoch partout nicht auf den Besuch eines Solariums verzichten möchten, sollten sich auf höchstens ein Sonnenbad pro Woche beschränken, und dabei unbedingt auf ihren Hauttyp Rücksicht nehmen: Vor allem der sehr helle, so genannte keltische Typ oder auch der blonde nordische Typ sollte sich grundsätzlich nur sehr kurz der UV-Strahlung aussetzen.

Nun gehört eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ja in jedes Strandgepäck – und im Solarium?
Wer unbedingt künstlich bräunen will, sollte dies ausschließlich in einem als „Geprüftes Sonnenstudio“ zertifizierten Solarium mit modernen Geräten tun – und eine Stoppuhr verwenden, um die richtige Bräunungszeit nicht zu überschreiten. Sonnencreme darf vor dem Besuch der Sonnenbank – ebenso wie Parfum oder andere Kosmetika – keinesfalls aufgetragen werden. Für die Augen ist eine spezielle UV-Brille notwendig. Sie wird in „guten“ Solarien zur Ausleihe angeboten. Und noch ein Hinweis: Wer den Besuch im Solarium dafür nutzen möchte, um seine Haut für den Urlaub fit zu machen und vorgebräunt länger in der Sonne zu bleiben, irrt: Solariengebräunte Haut muss vor der Urlaubssonne genauso geschützt werden wie ungebräunte Haut.

Über den ERGO-Experten
Dr. Wolfgang Reuter (Jahrgang 1960) hat Medizin und Politikwissenschaften in Freiburg und Paris studiert. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er in unterschiedlichen Einrichtungen im Gesundheitswesen, 1999 kam er zur ERGO Versicherungsgruppe. Hier leitet er die Abteilung Medizinische Beratung im Leistungsmanagement der DKV Deutsche Krankenversicherung. In seiner Freizeit spielt der Vater von sechs Kindern gern Tennis und liest Thomas Mann.

Die ERGO-Expertengespräche und viele weitere Verbrauchertexte stehen für Sie unter www.ergo.com/verbraucher bereit.

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