KKH-Allianz fordert mehr Sicherheit für Patienten in OP-Sälen

Mindestmengenregelung auch für Hüftgelenk-Operationen erforderlich

Angesichts der aktuell geführten EU-Debatte zu Behandlungsfehlern weist die KKH-Allianz auf OP-Risiken in Krankenhäusern hin. Die meisten Fehler in Kliniken passieren laut Bundesärztekammer bei Hüft- und Kniegelenkoperationen. Die KKH-Allianz hat jetzt die Behandlungsdaten von mehr als 1.000 Krankenhäusern untersucht, in denen ihre Versicherten in 2008 und 2009 an Hüfte oder Knie operiert wurden. Das Ergebnis: „In jedem vierten Krankenhaus lag die Komplikationsrate solcher Eingriffe bei fünf und mehr Prozent, in einigen Kliniken mit geringen Fallzahlen sogar bei über 50 Prozent“, erklärt Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit. „Dass die Behandlungsqualität bei Hüft- und Kniegelenk-Operationen innerhalb Deutschlands so auseinanderklafft, ist alarmierend.“
Die Leidtragenden sind die Patienten. Bei ihnen führen Behandlungsfehler zu unnötigen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, längeren Ausfallzeiten und mitunter zu langwierigen Schadenersatzprozessen. Hinzu kommt: Für die Krankenkassen bedeuten nicht geglückte Operationen hohe zusätzliche Kosten, die vermeidbar sind. „Bei der KKH-Allianz belaufen sich die Mehrausgaben durch Komplikationen bei Knie- und Hüftgelenk-OPs in den Jahren 2008 und 2009 nur für Klinikaufenthalte auf rund 5,7 Millionen Euro“, berichtet Kailuweit. „Damit liegen die Zusatzkosten pro Komplikationsfall bei mehr als 8.700 Euro und damit doppelt so hoch wie die Kosten für eine gelungene Operation – nicht eingerechnet Mehrausgaben für Reha-Maßnahmen, weitere Arztbesuche, Arzneimittel und Krankengeld.“
Neben Qualitätsmängeln der Prothesen zählen zu den Ursachen für Nachoperationen bei Knie- und Hüftgelenk-OPs insbesondere postoperative Wundinfektionen, Nachblutungen und anhaltende Schmerzen. Zurückzuführen ist dieses oftmals auf menschliches Versagen. Chirurgische Behandlungsfehler können durch hohe Arbeitsbelastung, unzureichende Aus- und Fortbildung oder mangelnde Absprache in OP-Sälen entstehen.
Auch wenn es laut Kassenchef Ingo Kailuweit erfreulich ist, dass immer mehr Ärzte und Kliniken offen über Fehlbehandlungen sprechen: „Die Sicherheit in Kliniken muss für Patienten deutlich erhöht, die Quote an Fehlbehandlungen reduziert werden. Daher fordern wir den Gemeinsamen Bundesausschuss auf, für Krankenhäuser eine Mindesteingriffszahl auch für Hüftoperationen festzulegen.“ Zahlen der KKH-Allianz belegen: Je mehr Hüftgelenk-Eingriffe eine Klinik durchführt, desto geringer ist das Risiko einer Nachoperation oder einer Wundinfektion. Bislang gibt es nur für Kniegelenk-Operationen eine Mindestmengenregelung. Demnach dürfen ausschließlich Kliniken Knieendoprothesen implantieren, die mindestens 50 Eingriffe jährlich durchführen.
Um die Patientensicherheit in Krankenhäusern allgemein zu erhöhen, hat die KKH-Allianz zusammen mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung in Niedersachsen das Pilotprojekt „Sicherer OP-Saal“ entwickelt. Bei diesem Programm werden die Sicherheitsstandards aus der Luftfahrt in den OP-Bereich übertragen und das Klinikpersonal entsprechend geschult. Mehr Infos zu dem Projekt unter www.kkh-allianz.de/patientensicherheit
Die KKH-Allianz ist Deutschlands viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit rund zwei Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der gesetzlichen Krankenversicherung. Über 4.000 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Als eine der ersten gesetzlichen Krankenkassen hat sich das Unternehmen auf den Qualitätsprüfstand des unabhängigen Versicherungsprüfers Assekurata gestellt und konnte das sehr gute Gesamturteil auch in Folgeratings bestätigen. Exklusiver Kooperationspartner der KKH-Allianz ist die Allianz Private Krankenversicherungs-AG. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt knapp fünf Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH-Allianz ist Hannover.

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