„Riester-Förderung: Sparer sollten kein Geld verschenken!“

Wer mit der Riester-Rente fürs Alter vorsorgt, darf sich über Unterstützung vom Staat freuen. Die volle Förderung erhalten Riester-Sparer aber nur, wenn sie einen Zulagenantrag stellen und Beiträge in ausreichender Höhe in ihren Vertrag einzahlen. Wer die Förderung für 2008 noch erhalten möchte, muss sich beeilen: Die Frist für den Antrag endet am 31. Dezember 2010, erklärt Tatjana Höchstödter, Expertin für private Altersversorgung bei der ERGO Versicherungsgruppe.

Der Staat fördert die rund 14 Millionen Riester-Verträge der Deutschen – das müsste inzwischen doch weithin bekannt sein.
Nicht unbedingt. Die Universität Freiburg hat jüngst errechnet, dass die Riester-Sparer für das Jahr 2007 rund eine Milliarde Euro an Fördergeldern verschenkt haben. Jeder vierte Beitragszahler stellte keinen Zulagenantrag. Andere wiederum haben zu geringe Beiträge gezahlt, so dass sie nicht die volle Förderung erhalten haben.

Was genau ist zu tun, damit das Geld vom Staat wirklich fließt?
Die Förderung muss der Riester-Sparer beantragen, und dafür gilt eine Zweijahres-Frist. Wer beispielsweise für das Jahr 2008 das Geld einfordern möchte, muss dies bis Ende dieses Jahres tun. Wie genau der Antrag gestellt wird, weiß der Anbieter, bei dem der Riester-Sparer seinen Vertrag abgeschlossen hat. Am einfachsten ist es, wenn mit dem ersten Zulagenantrag gleich ein Dauerzulagenantrag gestellt wird. Die staatliche Förderung wird dann Jahr für Jahr automatisch beantragt. Wer einen Dauerzulagenantrag stellt, sollte aber trotzdem nicht vergessen, Änderungen der persönlichen Situation in Punkto Einkommen, Familienstand oder bei Geburt eines Kindes rechtzeitig mitzuteilen.

Lohnt sich die staatliche Riester-Förderung überhaupt?
Ja, sie lohnt sich für jeden Riester-Sparer. Seit 2008 zahlt der Staat eine jährliche Grundzulage in Höhe von 154 Euro. Für jedes Kind gibt es 185 Euro; wenn es 2008 oder später geboren wurde, sind es sogar 300 Euro. Berufseinsteiger unter 25 Jahren erhalten einmalig eine um 200 EUR erhöhte Grundzulage, den so genannten Berufseinsteigerbonus. Die vollen staatlichen Zulagen gibt es, wenn der Sparer inklusive der Zulagen vier Prozent seines Bruttoeinkommens des Vorjahres eingezahlt hat – maximal 2100 Euro.

Über die ERGO-Expertin
Tatjana Höchstödter (Jahrgang 1973) hat nach ihrer Ausbildung zur Versicherungskauffrau Betriebswirtschaftslehre studiert und anschließend zwei Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Im Jahr 2000 wechselte sie zur Victoria Lebensversicherung. Seit 2008 ist sie als Leiterin Produktmanagement private Altersvorsorge für die ERGO-Unternehmen Hamburg-Mannheimer und Victoria tätig. Zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen gehören Tauchen und Ski fahren.

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