„Herzliche Einladung @ alle Einbrecher“

Das Internet als Infobörse für Langfinger

Ein Kurztrip übers lange Wochenende, eine Partynacht bei Freunden oder die einwöchige Fortbildung in einer anderen Stadt – bei Twitter, Facebook und Co. hinterlassen wir eine Fülle von Informationen über unseren Standort und unsere Freizeitgestaltung. Ohne groß darüber nachzudenken, und vor allem, ohne uns zu fragen, wer diese Informationen vielleicht zu unserem Nachteil nutzen könnte. Dabei wirkt mancher Facebook-Status geradezu als herzliche Einladung an die Einbrecher-Community online, auch ganz ohne Google StreetView. Was Internet-Nutzer deshalb unbedingt beachten sollten, wissen die Experten der ERGO.

**Diva1972* sucht eine Übernachtungsmöglichkeit in Duisburg, weil sie dort ein mehrtägiges Seminar besucht, und Coco4Loco pinnt TexAsTexCan ein tolles Urlaubsfoto an die Pinnwand – weil er doch demnächst für zwei Wochen in die USA fliegt. „Wer Übles plant, braucht nicht erst auf Google StreetView zu warten, um etwa einen Einbruch vorzubereiten“, wissen die Experten der ERGO. „Die wichtigsten Informationen über Aufenthaltsort und Abwesenheit liefern im Zeitalter des Social Web viele User selbst.“

Chatten ist Silber, Schweigen ist Gold
Erfahrene Internet-User haben hier freilich meist vorgebaut und ihr Nutzer-Profil, etwa bei Xing oder Facebook, so angelegt, dass ihre Daten nicht öffentlich einsehbar sind. „Wer sich damit sicher fühlt, übersieht, dass seine Freunde und Bekannten vielleicht nicht so vorsichtig sind und die frohe Nachricht von der gewonnenen Urlaubsreise oder der anstehenden Partynacht im Netz munter weiter verbreiten“, warnen die ERGO-Experten. Ist nach der Rückkehr dann Wohnung oder Garage aufgebrochen, kann der „Tipp“ dazu durchaus aus dem Internet gekommen sein. „Wer genug kriminelle Energie für einen Einbruch aufbringt, der ist auch findig genug, an solche Informationen heranzukommen“, wissen die ERGO-Experten. Deshalb sollten weder Postanschrift noch Datum und Dauer einer Abwesenheit von zuhause im Internet verbreitet werden – selbst, wenn es andere Personen betrifft. „Auch die Anschaffung eines neuen Autos oder eines teuren High-Tech-Geräts ist im Zweifel nicht nur für die eigenen Freunde interessant, sondern kann auch Langfinger hellhörig machen.“

Feind liest mit
Sind die Informationen erst einmal im World Wide Web, ist es zudem meist schwierig, sie wieder einzufangen: Mitunter ist dies mit erheblichem Aufwand verbunden, und selbst nachdem die Daten gelöscht wurden, haben sie meist schon vielfach Spuren hinterlassen. „Am besten ist es, auf allzu freizügige Berichte zu verzichten und erst nach einem Urlaub davon zu erzählen“, raten daher die Experten der ERGO. Auch entsprechende Nachrichten per Mail sind nicht wirklich sicher: „Für versierte Hacker ist es ein Leichtes, Postfächer zu knacken und auszuspähen; wer drahtlose Netzwerkverbindungen nutzt, sollte sich zudem vergewissern, dass diese entsprechend gesichert sind.“ Neben dem bewussten Umgang mit Informationen helfen natürlich auch die klassischen Maßnahmen, einem Einbruch vorzubeugen: Mit einer Zeitschaltuhr an Lampen und Jalousien Anwesenheit vortäuschen, den Briefkasten regelmäßig leeren und den Rasen mähen lassen sowie Fenster und Türen professionell sichern. Dann können Reisende Internetdiensten wie Google StreetView und Co. auch bei längerer Abwesenheit ganz entspannt entgegensehen.

Diese und weitere Verbraucherthemen finden Sie unter www.ergo.com/verbraucher.

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