KKH-Allianz: Ärzte müssen flexibler werden

Aktuelle Bedarfsplanung längst überholt / Weiterbildungspflicht

Angesichts der Diskussion um Ärztemangel auf dem Land erklärt der Vorstandschef der KKH-Allianz Ingo Kailuweit: „Es gibt nicht zu wenig Ärzte, sie sind nur falsch in den einzelnen Regionen eingesetzt. Die Ärzte müssen im gesamten Bundesgebiet besser verteilt werden.“ Der Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler will sich heute in einer Landarzt-Praxis in Mecklenburg-Vorpommern ein Bild von der Situation vor Ort machen.
Laut Kailuweit sei die aktuelle Bedarfsplanung längst überholt. Hier seien die Kassenärztlichen Vereinigungen in der Pflicht, bessere Steuerungs- und Anreizsysteme zu entwickeln. Zudem sei auch auf Seiten der Ärzte mehr Flexibilität erforderlich. „Die Ärzte müssen flexibler werden. Jeder einzelne Arzt muss im Laufe seines Berufslebens bereit sein, gegebenenfalls auch den inhaltlichen Schwerpunkt seiner Tätigkeit neu auszurichten.“ Denkbar wäre beispielsweise eine Pflicht zur Weiterbildung entsprechend des Versorgungsbedarfs in verschiedenen Facharztgruppen. Wenn in Deutschland Rheumatologen fehlen, könnten sich Internisten entsprechend umorientieren, um diese Versorgungslücke zu schließen. Hierzu müssten dann entsprechende Anreize entwickelt werden.
Darüber hinaus plädiert Kailuweit dafür, im Medizinstudium neben der fachlichen Qualifikation auch verstärkt soziale Kompetenzen zu vermitteln: „Nur die Abiturnote qualifiziert noch niemanden zum Arztberuf. Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung benötigen wir Ärzte, bei deren Ausbildung auch nicht fachliche Fähigkeiten wie Team- und Kommunikationsfähigkeit noch stärker betont werden.“
Die KKH-Allianz ist Deutschlands viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit rund zwei Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der gesetzlichen Krankenversicherung. Über 4.000 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Als eine der ersten gesetzlichen Krankenkassen hat sich das Unternehmen auf den Qualitätsprüfstand des unabhängigen Versicherungsprüfers Assekurata gestellt und konnte das sehr gute Gesamturteil auch im Folgerating bestätigen. Exklusiver Kooperationspartner der KKH-Allianz ist die Allianz Private Krankenversicherungs-AG. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt knapp fünf Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH-Allianz ist Hannover.

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