Kailuweit: „Wir haben nicht zu wenig Ärzte, sie sind nur falsch verteilt!“

KKH-Allianz begrüßt Reformvorschlag zur Ärztebedarfsplanung

Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz, begrüßt den Vorschlag des Bundesgesundheitsministers, die Ärztebedarfsplanung zu reformieren und eine sogenannte „Landarzt-Quote“ einzuführen. „Wir haben nicht generell zu wenig Ärzte, sie sind nur falsch verteilt. Daher sind verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen nötig, um Ärzte gezielter in Gebieten mit drohender Unterversorgung einsetzen zu können. Wichtig ist bei allen Reformplänen, dass die Versorgung der Patienten verbessert wird“, so der Kassenchef.
Vor allem bei Fachärzten gibt es in vielen Regionen eine Unterversorgung. Auf dem Gebiet der Rheumatologie gibt es beispielsweise einen gravierenden Ärztemangel. Bei einem Bedarf von zwei Rheumatologen auf 100.000 Erwachsene fehlen für eine optimale Versorgung insgesamt fast 1000 Rheumatologen bundesweit; 120 allein im Bundesland Bayern. Deshalb fordert Ingo Kailuweit: „Bei der Ärztezulassung sind stärkere Differenzierungen nach Regionen, nach Schwerpunkten des Arztes und nach Erkrankungen der Bevölkerung erforderlich. Dies setzt auch eine Flexibilität des einzelnen Arztes in Bezug auf die Schwerpunkte seiner Tätigkeit während seines Berufslebens voraus.“ Auch im Ost-Westvergleich gibt es ein Gefälle bei der Ärztedichte; dies hat eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der KKH-Allianz unter 1.000 Versicherten ergeben: Demnach klagen vier von zehn Menschen in Ostdeutschland über zu wenig Fachärzte in ihrer Umgebung – mehr als doppelt so viele wie im Westen.
Zudem sollten nach Kailuweits Ansicht im Medizinstudium neben der fachlichen Qualifikation auch verstärkt soziale Kompetenzen vermittelt werden. „Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung benötigen wir Ärzte, bei deren Ausbildung Team- und Kommunikationsfähigkeit noch stärker betont werden. Die meisten Behandlungsfehler passieren im Operationssaal aufgrund von mangelnder Kommunikation oder einem veralteten Hierarchie-Denken.“
Die KKH-Allianz ist Deutschlands viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit über zwei Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der gesetzlichen Krankenversicherung. Rund 4.400 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Als eine der ersten gesetzlichen Krankenkassen hat sich das Unternehmen auf den Qualitätsprüfstand des unabhängigen Versicherungsprüfers Assekurata gestellt und konnte das sehr gute Gesamturteil auch im Folgerating bestätigen. Exklusiver Kooperationspartner der KKH-Allianz ist die Allianz Private Krankenversicherung. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt über 4,5 Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH-Allianz ist Hannover.

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