KKH-Allianz und Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe

Neuer Vertrag verbessert die Qualität in der Versorgung von Kindern mit vergrößerten Gaumenmandeln

Anfang Februar 2010 ging ein Vertrag von KKH-Allianz und Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zur Versorgung von Kindern mit vergrößerten Gaumenmandeln an den Start. Gemeinsam sahen die Ärzte und die KKH-Allianz hier dringenden Handlungsbedarf, denn: Die so genannte Tonsillotomie, also die Verkleinerung der Gaumenmandeln bei Kindern bis maximal sechs Jahren, ist nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Für Eltern betroffener Kinder bedeutet das, dass sie die Kosten für einen solchen Eingriff selbst tragen müssen. Oft wird deshalb entweder auf die für die Gesundheit des Kindes sinnvolle Tonsillotomie verzichtet oder in einigen Fällen auch eine komplette Mandelentfernung vorgenommen.
„Den westfälischen HNO-Ärzten und der KV Westfalen-Lippe war es wichtig, diese Versorgungslücke zu schließen und den betroffenen Kindern ein sinnvolles Angebot zu machen“, betont der 1. Vorsitzende der KVWL, Dr. Ulrich Thamer. „Wir freuen uns, mit der KKH-Allianz einen innovativen Partner gefunden zu haben.“ An dem Tonsillotomie-Vertrag können Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde teilnehmen, die ambulante Operationen durchführen.
„In Deutschland leiden rund drei bis fünf Prozent aller Kinder an einer so genannten Tonsillenhyperplasie, also an vergrößerten Mandeln“, erläutert Dr. Klaus-Peter Tillmann, Vorsitzender des Berufsverbandes der HNO-Ärzte in Westfalen. „Indem die KKH-Allianz für die bei ihr versicherten Kinder die Kosten für die Tonsillotomie künftig übernimmt, können wir unnötige Mandelentfernungen vermeiden. Andererseits können wir mit dem schmerz- und risikoarmen Eingriff, zum Beispiel mittels Laser-Tonsillotomie, Sprachentwicklungsverzögerungen und körperliche Entwicklungsstörungen verhindern. Letztere entstehen beispielsweise durch unruhigen nächtlichen Schlaf, der auf eine schwere Atemwegsbehinderung, verursacht durch die vergrößerten Mandeln, zurückzuführen ist“, so Tillmann weiter. Zudem sei das Mandelgewebe für Kinder bis sechs Jahre immunologisch bedeutsam, weil sich ihr Immunsystem noch in der Entwicklung befinde. Auch wenn ein Teil der Mandeln entfernt werde, bleibe deren Funktion dennoch erhalten.
„Diese Operation wird im Rahmen unseres Vertrags mit rund 600 bis 800 Euro vergütet, je nachdem, welche weiteren Eingriffe in Kombination damit vorgenommen werden“, sagt Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz. „Mit der Übernahme der Kosten ermöglichen wir allen bei uns versicherten Kindern eine normale körperliche Entwicklung. Zudem können wir den kleinen Patienten damit mehrtägige stationäre Aufenthalte ersparen, die bei der kompletten Entfernung der Mandeln erforderlich sind“, so Kailuweit weiter. Auch unnötige Strapazen, Schmerzen und Risiken lassen sich vermeiden. „Außerdem spricht ein wirtschaftlicher Aspekt dafür, dass niedergelassene Ärzte diese Operation als Kassenleistung abrechnen können. Denn die komplette Entfernung der Mandeln im Krankenhaus kostet circa 1.500 bis 2.000 Euro“, sagt Kailuweit.
KKH Allianz
Die KKH-Allianz ist Deutschlands viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit über zwei Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Mehr als 4.300 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Exklusiver Kooperationspartner der KKH-Allianz ist die Allianz Private Krankenversicherung. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt über 4,5 Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH-Allianz ist Hannover.

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, abgekürzt KVWL, vertritt die Interessen von rund 13.000 niedergelassenen Vertragsärzten und psychologischen Psychotherapeuten im Landesteil Westfalen-Lippe. Für ihre Mitglieder schließt die KVWL Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen, rechnet die Leistungen ab und verteilt das Honorar an die Ärzte und Psychotherapeuten. Für die Bürgerinnen und Bürger gewährleistet die KVWL eine am Bedarf orientierte, wohnortnahe ambulante medizinische Versorgung von hoher Qualität.

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