„Insektenstiche“

1. Bienen lieben Fallobst
2. Kreislaufversagen durch Wespenstich
3. So schützen Sie sich vor den Plagegeistern

1. Bienen lieben Fallobst
Bei Insektengiftallergie sofort den Notarzt rufen
Sssss – jetzt surren und brummen sie wieder: Bienen, Wespen, Hummeln und
Hornissen. Die Sommermonate sind die Hochzeit der kleinen Plagegeister, die
uns das Leben so richtig schwer machen können. Denn der Stich von einer
Wespe oder einer Biene kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch
gefährlich werden. Rund vier Prozent der Bevölkerung reagiert nach Angaben
des Verbandes Deutscher Allergologen allergisch auf das Insektengift. „Kreislaufbeschwerden und Herzversagen können für Betroffene dann die Folgen sein. Ist der Einstich etwa im Mund oder Rachen und schwillt extrem an, kann das sogar zum Ersticken führen. „Schon bei den ersten Anzeichen für eine solche allergische Reaktion sollte deshalb sofort der Notarzt gerufen werden“, rät DAK-Expertin und Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. Als Sofortmaßnahme hilft ein gelutschter Eiswürfel, um die Schwellung klein zu halten.

Für jeden Insektenstich gilt grundsätzlich: Der Stachel sollte vorsichtig mit einer Pinzette, langen Fingernägeln oder einer Messerkante herausgezogen werden. „Gerade der Stachel einer Biene oder Wespe darf nicht herausgerissen werden, denn dann würden Widerhaken in der Haut zurückbleiben und die Stelle kann vereitern“, erklärt Dr. Waltraud Pfarrer. „Danach sollte man den Stich so schnell wie möglich mit einem Eiswürfel oder einem nassen Tuch kühlen.“ Spezielle Salben und kühlende Gele lindern den Schmerz. Doch Vorsicht: Sie enthalten häufig Antihistaminika, die Allergien auslösen könnten. „Ganz wichtig ist auch, dass man danach den Insektenstich nicht aufkratzt, auch wenn es noch so juckt“, empfiehlt Dr. Waltraud Pfarrer. „Der Stich könnte sich infizieren und es kann zu einer wirklich schmerzhaften Entzündung kommen. Als altes Hausmittel hilft eine aufgeschnittene Zwiebel gegen den Juckreiz.“ Haben sich die Stiche dennoch entzündet, kann Arnika mit seiner entzündungshemmenden Wirkung nützen. Ist die Einstichstelle stark angeschwollen, kann eine Ruhigstellung des betroffenen Körperteils ebenfalls sinnvoll sein.

Wer ungestochen durch den Sommer kommen möchte, sollte einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Gut zu wissen ist zunächst, dass Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen nur dann angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen. Hektisches Herumfuchteln mit den Händen macht die kleinen Störenfriede erst recht aggressiv. Ruhe bewahren ist deshalb die weitaus bessere Variante. Um sich vor den stechenden Quälgeistern zu schützen, sollte man immer mit Schuhen unterwegs sein, wenn man über eine Wiese geht, denn sonst kann man leicht auf eine Biene oder Wespe treten. „Gleichzeitig sollte man auch die Nähe von überreifen Früchten und Fallobst meiden, denn Bienen und Wespen lieben diese süßen Leckereien“, rät Dr. Waltraud Pfarrer. „Bevor man sich ein Stück Kuchen oder ein Eis in den Mund schiebt, sollte man schauen, ob dort nicht eine Biene drauf sitzt.“

2. Kreislaufversagen durch Wespenstich
Eine Insektengiftallergie kann tödlich sein
Wer ist nicht schon einmal von einer Biene oder Wespe gestochen worden. In
der Regel rötet sich die Einstichstelle, schwillt an und juckt. Diese
Hautreaktion wird durch das Gift der Insekten hervorgerufen. Doch für rund
vier Prozent der Bevölkerung können Insektenstiche lebensbedrohlich sein.
Werden sie von einer Biene, Wespe, Hornisse oder Hummel gestochen, reagieren sie am ganzen Körper und können durch den Stich einen lebensgefährlichen allergischen Schock erleiden, auch anaphylaktischer Schock genannt. Und der kann fatale Folgen haben. Die ersten Anzeichen dafür treten bereits wenige Minuten nach dem Stich auf: „Juckreiz und Schwellungen am ganzen Körper sind nur die ersten Symptome “, erklärt DAK-Expertin und Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. Kreislaufbeschwerden und Herzversagen können für Betroffene dann die Folgen sein. Ist der Einstich etwa im Mund oder Rachen und schwillt extrem an, kann das sogar zum Ersticken führen. „Schon bei den ersten Anzeichen für eine solche allergische Reaktion sollte deshalb sofort der Notarzt gerufen werden“, rät Dr. Pfarrer.

Ob eine Insektengiftallergie vorliegt, kann der Arzt, am besten ein Allergologe, testen. Dabei prüft er zunächst, gegen welches Insektengift der Betroffene allergisch ist. Während der Behandlung, zum Beispiel einer Hyposensibilisierung, wird über einen längeren Zeitraum dann schrittweise die Überreaktion gegen Insektengifte abgebaut. Dabei spritzt der Arzt das Gift zunächst in kleinen Mengen, die von Mal zu Mal gesteigert werden. Ziel ist, das Immunsystem langfristig weniger empfindlich zu machen. „Das ist zwar eine über mehrere Jahre dauernde und recht aufwändige Therapie, aber sie hilft in 90 Prozent der Fälle“, so die DAK-Expertin. „Bis die Allergie gegen das Insektengift abgebaut ist, sollte der Betroffene immer ein Notfallset mit Tropfen, Tabletten und einer Spritze dabei haben und nach einem Insektenstich sofort anwenden.“

3. So schützen Sie sich vor den Plagegeistern
Neun Tipps für einen stichfreien Sommer

  • Achten Sie darauf, was Sie draußen trinken. Ein Strohhalm bewahrt vor der vielzitierten Wespe in der Flasche oder Getränkedose. Kinder sollten ihr Getränk lieber aus dem Glas trinken, ebenfalls mit einem Strohhalm.
  • Süße Kekse, Limonaden und Eis locken Insekten an. Decken Sie die Speisen und Getränke draußen immer ab, beispielsweise mit einem Bierdeckel oder Untersetzer.
  • Waschen Sie sich nach dem Essen von Süßigkeiten den Mund und die Hände.
  • Halten Sie Ihre Abfalleimer immer geschlossen. Müll lockt Insekten an.
  • Laufen Sie möglichst nicht ohne Schuhe über Wiesen. Wespen halten sich dort gern wegen der Blüten und im Herbst wegen des Fallobstes auf.
  • Schützen Sie den Kinderwagen mit einem Mückennetz und das Kinderzimmer mit einem Fliegengitter.
  • Vermeiden Sie stark duftende Parfums und Deodorants. Insekten lieben diese Gerüche.
  • Weite Kleidung ist ungünstig, denn Insekten können sich darin verfangen. Dunkle Kleidung macht Wespen aggressiv und Blumenmuster ziehen sie an. Tragen Sie lieber helle Kleidung.
  • Bleiben Sie ruhig, wenn Wespen im Anmarsch sind. Schlagen Sie nicht nach ihnen, da diese sich bedroht fühlen und dann erst recht den Stachel ausfahren.
  • Außerdem sollten Sie Bienen und Wespen nicht wegpusten. Atemluft kann die kleinen Plagegeister ebenfalls aggressiv machen.

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TERMINE AUS DEM DAK-KALENDER
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26.06.2009    Internationaler Anti-Drogen-Tag

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