Rudis Schadentelegramm – Ausgabe Juni 2009

Unbemannte Flugobjekte
Wenn brennende Skylaternen vom Himmel fallen.

Besonders beliebt bei Familienfesten jeglicher Art sind neuerdings sogenannte „Skylaternen“, die als „Glücksboten“ den Himmel erobern sollen. Doch was passiert, wenn die brennenden Laternen wieder zu Boden gleiten? Die Grundeigentümer-Versicherung zeigt einen solchen Fall auf.

Der Fall
Während einer Konfirmationsfeier im heimischen Garten wurden zu späterer Stunde Skylaternen entzündet. Diese fliegenden Lichter sind aus Papier und steigen, wenn sich der Bennstoff ausreichend erhitzt hat, wie ein kleiner Heißluftballon bis zu 500 Meter empor. Zunächst taten sie dies auch im vorliegenden Fall, doch dann verfing sich ein Lampion im Kirschbaum des Nachbarn und der Baum wurde durch das Brennmittel in Brand gesetzt, konnte aber gelöscht werden. Der Geschädigte verlangte Schadenersatz.

Die Versicherungsfrage
Grundsätzlich haftet jeder per Gesetz für Schäden, die schuldhaft Dritten gegenüber verursacht werden, unerheblich von der Höhe des Schadens. Damit die finanziellen Folgen bei Sach- und Personenschäden nicht aus der eigenen Tasche gezahlt werden müssen, sollte generell eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Hier verfügte der Schadenverursacher nicht über eine entsprechende Haftpflichtversicherung. Jedoch selbst wenn der Verursacher eine solche Versicherung abgeschlossen hätte, wäre davon auszugehen, dass er durch den geläufigen Privathaftpflichtversicherungsvertrag ohne eine explizite Bestätigung des Versicherers keinen Schutz erhalten hätte, da derartige Risiken üblicherweise vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind. So kam es, dass der Schädiger selbst für den Schaden aufkommen musste.

Der Tipp
„Vom Steigenlassen der Skylaternen ist aufgrund des unkalkulierbaren Risikos und des fraglichen Versicherungsschutzes unbedingt abzuraten“, rät Andreas Hackbarth, Schadenverhütungsexperte der Grundeigentümer-Versicherung. Sicherlich sind die Mini-Ballons schön anzuschauen, durch das Brennmittel steigt die Brandgefahr aber beträchtlich. „Laut Herstellerangaben sollen die Laternen nur bei Windstille und nicht in der Nähe von einer dichten Bebauung oder eines Flughafens genutzt werden“, so Hackbarth weiter, „Dabei wird allerdings missachtet, dass es in der Bundesrepublik kaum freie Flächen gibt. Lässt man die Laternen beispielsweise auf dem Land steigen, so könnten sie im Sinkflug sogar Waldbrände verursachen.“ In einigen Bundesländern ist aufgrund der erhöhten Gefahren der Einsatz von Skylaternen schon verboten, so beispielsweise in Bayern. Sollen die Skylaternen trotz der möglichen Gefahren zum Einsatz kommen, so ist vorher Kontakt mit den zuständigen Ordnungsbehörden aufzunehmen. In Düsseldorf und Köln z. B. könnte der Einsatz nämlich unter Umständen verboten werden. Außerdem sind die Flugobjekte bei der Deutschen Flugsicherung (DFS – www.dfs.de) bzw. der Luftfahrtsbehörde anzumelden, da die Lichter den Flugverkehr beeinträchtigen können. Auf der Website der Flugsicherung steht ein Online-Formular zur Verfügung.
Übrigens: Ursprünglich kommen die Skylaternen aus China und dienten dort zur Verständigung, später auch für militärische Zwecke, da die Lichter über mehrere Kilometer sichtbar sind. Mittlerweile werden sie vor allem im asiatischen Raum bei Festen verwendet und mit Wünschen versehen, die auf die Papierwand geschrieben werden.

Weitere Informationen zu der genannten Versicherung erhalten Sie im Kunden-Center der Grundeigentümer-Versicherung VVaG, Tel. 040 – 3766 3766 oder unter www.grundvers.de.

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