„Smoothies“

1. Beerenstarke Früchte
2. Smoothies: Kein Ersatz für frisches Obst
3. „Fruchtzucker kann krank machen“

1. Beerenstarke Früchte
So naschen Sie sich mit den runden Kugeln gesund
Sommerzeit ist Beerenzeit. Ob pur, auf Kuchen oder als Grütze – die kleinen
runden Früchte schmecken nicht nur richtig lecker, sondern sind ein
vitaminreicher Genuss mit wenig Kalorien. Sie stimulieren den Stoffwechsel
und die körpereigenen Abwehrmechanismen, stärken das Herz und regen die
Nierenfunktion an. DAK-Expertin und Ernährungswissenschaftlerin Silke
Willms erklärt, welche Inhaltsstoffe in den runden Fitmachern stecken und
was diese bewirken. Erdbeeren – die Königin der Beeren bietet Gesundheit pur. Die rote Powerfrucht enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Ihr sehr hoher Folsäuregehalt ist wichtig für Wachstums- und Entwicklungsprozesse, insbesondere während der Schwangerschaft. Die appetitliche rote Beere stärkt das Immunsystem, kann den Cholesterinspiegel und die Darmflora regulieren, entschlackt und entwässert. Sie ist der ideale Schlankmacher für den Sommer.

Johannisbeeren sind ebenfalls echte Vitamin-C-Bomben. Die Schwarze Johannisbeere hat sogar das meiste Vitamin C aller Beeren. Die kleinen Früchte liefern außerdem wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Calcium und Eisen. Johannisbeeren helfen, den Blutdruck zu regulieren und den Cholesterinspiegel zu senken. Aufgrund ihres hohen Fruchtsäuregehalts regen sie auch die Verdauungsorgane an.

Himbeeren verfügen über Kalium, Eisen, Magnesium und Phosphor und unterstützen dadurch die Knochenbildung. Die zarten Früchte helfen, die Verdauung in den Griff zu bekommen und den Cholesterinspiegel zu senken. Außerdem helfen sie bei Nieren- und Blasenbeschwerden und enthalten eine Menge des Vitamins Biotin, das für schöne Haut und Haare sorgt. Die in den süßen Früchtchen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe (Flavanoide) stärken zudem die Immunabwehr.

Brombeeren sind ebenfalls reich an Vitamin C, Pektin und organischen Säuren. Ihr Saft ist ein altbewährtes Heilmittel bei fiebrigen Erkrankungen. Die herben Brombeeren enthalten neben den Vitaminen der Sorte B und C auch Fruchtsäuren, Fruchtzucker und mehrere Mineralstoffe und fördern die Verdauung. Der Saft aus frischen Brombeeren lindert Halsschmerzen und Heiserkeit.

Heidelbeeren sind echte Vitamin-E-Bomben und wirken deshalb entzündungshemmend. Ihr blauer Farbstoff, das Anthocyan, fördert zusammen mit dem Vitamin C und Eisen die Blutbildung und kann Krebserkrankungen vorbeugen. Außerdem helfen die blauen Kügelchen bei Durchfall, Magenschmerzen und Blasenschwäche.

Stachelbeeren enthalten Vitamin C, Silicium, Calcium, Kalium und Magnesium und diese gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffe kräftigen Haare, Haut, Bindegewebe und Nägel. Die ovalen, grünlichen Beeren helfen aufgrund ihres Pektingehalts bei Verstopfung. Auch gegen Besenreißer und Krampfadern können die kleinen stacheligen Kugeln helfen. Und ihr hoher Kaliumgehalt ist für die leicht entwässernde Wirkung zuständig.

2. Smoothies: Kein Ersatz für frisches Obst
Auch Kinder sollten Früchte lieber pur und nicht püriert essen
Sie schmecken lecker und sind wesentlich einfacher zu konsumieren als eine
Kiwi, die man erst mühsam schälen muss, oder einen Apfel, in den man
kräftig reinbeißen muss: Smoothies – dickflüssig püriertes Obst und Gemüse
in Flaschen. Vor allem bei Kindern kommen die zerdrückten Äpfel, Erdbeeren
und Bananen gut an. Das haben auch die Hersteller gemerkt und Smoothies
speziell für Knirpse auf den Markt gebracht.
Diese Smoothies sind so fein püriert, dass die Kleinen den Fruchtbrei einfach durch den Strohhalm schlürfen können. Besonders süße Obstmischungen aus Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren oder Pfirsich und Maracuja sind speziell auf den kindlichen Geschmack ausgerichtet und schmecken deshalb auch den größten kleinen Obstmuffeln. Und Eltern, die ihre Kinder mit einem Smoothie versorgen, glauben, ihnen etwas Gutes zu tun – decken die Getränke in den kleinen Plastikflaschen doch angeblich den gesamten täglichen Vitaminbedarf mit wenigen Schlucken.

Ein Trugschluss wie DAK-Expertin und Ernährungswissenschaftlerin Silke Willms findet: „Die dickflüssigen Obst- und Gemüsebreie sind weder durstlöschend noch ersetzen sie frisches Obst oder decken den Vitaminbedarf eines Kindes. Smoothies bestehen zwar aus ganzen Früchten, Schale und Kerne werden jedoch nicht mitverarbeitet.“ Insbesondere bei Äpfeln stecken auch in und direkt unter der Schale viele Vitamine und Nährstoffe. Insgesamt ist der Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen bei frischem Obst und Gemüse wesentlich höher als bei Smoothies. Und weil ganze Früchte noch gekaut werden müssen, ist auch der Sättigungseffekt besser als beim schnellen Schluck aus der Flasche.

„Es gibt Kinder, die in ihrem Leben noch nie richtig abbeißen oder kauen mussten. Das wirkt sich natürlich auch auf die Kiefermuskulatur aus“, warnt zudem Ernährungswissenschaftlerin Silke Willms. Denn ein Stück Apfel oder eine Möhre haben neben dem guten Geschmack eine positive Wirkung auf die

Sprachentwicklung und Zahngesundheit. „Durch das Kauen trainiert ein Kind seine Kiefermuskulatur, die Zunge und die Lippen“, erklärt Silke Willms. „Das Training dafür beginnt bereits im Säuglingsalter: Mit Saugen, Schlucken, Kauen oder Lecken machen sich schon kleine Kinder fit fürs Sprechenlernen.“ Diese Übung entfällt aber, wenn Kinder häufig nur flüssige Obstbreie trinken.

Auch für die Zähne sind die süßen Pürees pures Gift: Smoothies schaden den Zähnen stärker als etwa ganze Früchte. Der Grund: Die Kombination von Zucker und Säure in Smoothies kann den Zahnschmelz angreifen. „Wenn Kinder häufig Smoothies trinken, kann der schützende Zahnschmelz aufweichen und die Beißer empfindlicher und anfälliger gegen Karies machen“, warnt Silke Willms. Kinder, die dagegen ganze Früchte essen, produzieren mehr Speichel und dieser schützt vor Säure und Fruchtzucker. Außerdem bieten Obst und Gemüse ein Kauerlebnis und eine riesige geschmackliche Variationsbreite, die bei den Smoothies verloren geht. „Gerade im Sommer hängen die Bäume und Sträucher voll mit leckeren Früchten wie Erdbeeren und Kirschen, zu denen Kinder jetzt besser greifen sollten“, empfiehlt die DAK-Expertin. „Als wichtigen Nebeneffekt lernen sie auf diese Weise auch die unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten kennen. Dennoch kann ein Smoothie gelegentlich bis zu zwei Portionen Obst oder Gemüse am Tag ersetzen, wenn frische Produkte nicht zur Verfügung stehen.“

3. „Fruchtzucker kann krank machen“
Im Interview: DAK-Expertin und Ernährungswissenschaftlerin Silke Willms
Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen locken jetzt zum Reinbeißen. Diese
Früchte sind zwar lecker, aber leider nicht für jeden gesund, denn zu viel
Obst kann Bauchkrämpfe und Durchfall auslösen. DAK-Expertin und
Ernährungswissenschaftlerin Silke Willms gibt Tipps für die richtige
Ernährung.
Frage: Rund jeder Dritte in Deutschland leidet an einer Fruchtzuckerunverträglichkeit. Obst ist doch aber eigentlich sehr gesund.

Silke Willms: Das stimmt, aber sehr große Fruchtzuckermengen von mehr als 35 Gramm pro Stunde sind auch für viele Gesunde schon zuviel – und die stecken bereits in zwei Gläsern Apfelsaft. Diese Menge kann auch bei Gesunden zu Blähungen führen, doch nach dem nächsten Stuhlgang ist die Welt wieder in Ordnung. Das sieht bei Patienten mit einer Fruchtzuckermalabsorption ganz anders aus.

Frage: Wie kommt es zu den Beschwerden?

Silke Willms: Bei der Fruchtzuckermalabsorption handelt es sich um eine Unverträglichkeitserscheinung, bei der der menschliche Verdauungsapparat zuviel Fruchtzucker nicht verarbeiten kann. Enzyme im Darm zerlegen die mit der Nahrung aufgenommenen Zucker in kleine Einzelzucker. Transporter schleusen diese durch beziehungsweise in die Darmwand. Ist das Transportsystem für den Fruchtzucker defekt, spricht man von einer Fruchtzuckermalabsorption. Fruchtzucker wird nur unzureichend im Dünndarm aufgenommen. Der Rest wandert in den Dickdarm, wo ihn
die Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren, Wasserstoff und anderen Gasen verstoffwechseln. Dadurch entstehen Beschwerden wie Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Aufstoßen und Bauchschmerzen.

Frage: Wie kann man denn herausfinden, ob eine Fruchtzuckerunverträglichkeit vorliegt?

Silke Willms: Viele Betroffene sind oft müde, gereizt und verlieren an Gewicht. Sie können sich nur schlecht konzentrieren und leiden unter
unspezifischen Symptomen wie Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Wer wissen möchte, ob eine Unverträglichkeit vorliegt, kann selbst einen Test machen, indem man einen halben Liter Apfelsaft trinkt. Treten danach Durchfall, Blähungen und Bauchkrämpfe auf, leidet man möglicherweise an einer Fruchtzuckerunverträglichkeit. Klarheit bringt aber erst eine Wasserstoff-Atemgas-Analyse, die der Arzt durchführt.

Frage: Wie müssen sich Betroffene denn verhalten, wenn bei ihnen eine Unverträglichkeit vorliegt?

Silke Willms: Im Gegensatz zu der sehr seltenen Fruktoseintoleranz, vertragen die Betroffenen mit Unverträglichkeit ja noch eine Restmenge an Fruchtzucker. Sie müssen ihre Ernährung mit Hilfe erfahrener Ernährungsberater auf eine fruchtzuckerarme Diät umstellen. Zunächst meidet man fruchtzuckerhaltige Nahrungsmittel, um sie anschließend in kleineren Mengen wieder zuzuführen. Dabei sollen Betroffene die individuell verträgliche Menge herausbekommen.

Frage: Der Griff in den Obstkorb ist also erst einmal tabu?

Silke Willms: Nein, ganz und gar nicht. Während aber Weintrauben, Bananen, Äpfel, Birnen, sowie getrocknete Früchte sehr viel Fruchtzucker enthalten, empfehle ich Betroffenen zu Obstsorten wie Melonen, Pfirsich und Zitrusfrüchten zu greifen. Und jetzt auch zu Erdbeeren und Himbeeren. In 100 Gramm Erdbeeren oder Himbeeren stecken glücklicherweise nur etwas mehr als zwei Gramm Fruchtzucker. Süßkirschen dagegen enthalten mehr als sechs Gramm. Frisches Obst ist beispielsweise auch besser verträglich mit Quark oder im Anschluss an eine Mittagsmahlzeit.

Frage: Wobei Früchte ja nicht die alleinigen Übeltäter sind. Fruchtzucker kommt beispielsweise auch in Joghurt, Honig, Ketchup, Wellnessgetränken und in vielen Fertigprodukten vor.

Silke Willms: Richtig. Heikel ist eben, dass der Fruchtzucker bei der Lebensmittelproduktion mittlerweile verstärkt als Ersatz für Kristallzucker verwendet wird. Betroffene sollten daher bei Produkten mit Vermerken wie “wenig süß“, “wenig Zucker“, “ohne Kristallzucker“ oder “Traubenfruchtsüße“ und bei Diätprodukten besonders aufpassen.

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TERMINE AUS DEM DAK-KALENDER
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10.06.2009    Kindersicherheitstag
26.06.2009    Internationaler Anti-Drogen-Tag

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