Krank in den Ferien

1. Gesunde Ferien
2. Hilfe unter Palmen
3. Pillen zum Spartarif

1. Gesunde Ferien
Eine gut sortierte Reiseapotheke gehört mit ins Gepäck
Die Koffer sind gepackt, Flugtickets und Reisepässe liegen griffbereit auf
dem Tisch und das Taxi ist auch schon da. Eigentlich kann der Urlaub jetzt
losgehen. Doch irgendetwas fehlt noch. Richtig! Die Reiseapotheke. Eilig werden Pillen und Pflaster in den Koffer gestopft. Das muss reichen. „Viele Urlauber denken leider nicht rechtzeitig daran, wichtige Medikamente mitzunehmen“, weiß auch DAK-Expertin und Apothekerin Dr. Stefanie Schellhammer. „Oft nehmen sie sogar Arzneimittel mit, die bereits abgelaufen sind.“ Wer die wichtigsten Medikamente rechtzeitig vor Reisebeginn einpackt, kann sich jedoch viel Stress in den Ferien ersparen. In einigen Urlaubsorten findet man eine Apotheke nur schwer, die Medikamente tragen andere Namen und der Beipackzettel ist in einer fremden Sprache.
„Da im Ausland die Zusammensetzung der Wirkstoffe anders als in Deutschland sein kann, stellt sich zudem schnell die Frage nach der richtigen Dosierung“, so Dr. Stefanie Schellhammer.

Was in die Reiseapotheke muss, hängt von Art, Dauer und Zielort des Urlaubs ab. Wer für sechs Wochen durch Argentinien reist, braucht andere Medikamente als eine Familie, die zwei Wochen Urlaub in einer Hotelanlage in Spanien macht. Eine Grundausstattung gehört jedoch in jeden Koffer. „Urlauber sollten auf jeden Fall Medikamente gegen Durchfallerkrankungen, Erkältung, Schmerzen und Fieber und Abführmittel mitnehmen“, empfiehlt die DAK-Expertin. „Wichtig sind auch Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand.“ Wunddesinfektion und Wundheilsalbe, Pflaster, Verbandmaterial, ein Fieberthermometer, eine Schere und eine Pinzette gehören ebenfalls in den Koffer.

Wer an einer chronischen Erkrankung leidet, sollte vorher genau berechnen, welche Menge an Medikamenten er für seinen Aufenthalt mitnehmen muss. Gesundheitsrisiken für Kinder sind auf Reisen oft größer als bei Erwachsenen. Sie erkranken schneller und leiden stärker unter der Umstellung der Ernährung. Da Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, gehören kindgerechte Medikamente deshalb mit in die Reiseapotheke. „Wer möchte, kann seine Reiseapotheke auch vorher mit einem Arzt oder Apotheker abstimmen und überprüfen lassen“, empfiehlt Dr. Stefanie Schellhammer. Und noch ein Tipp: Wer in

den sonnigen Süden fährt, sollte sich die Lagerungshinweise für Medikamente anschauen. Ein geschmolzenes Schmerz- oder Fieberzäpfchen hilft im Notfall leider nicht.

2. Hilfe unter Palmen
Richtige Versicherung spart Kosten
Magenverstimmung, Schnupfen oder Fieber – niemand denkt gern daran, im
Urlaub krank zu werden. Doch die Realität sieht leider anders aus: Viele
Urlauber werden von starken Sonnenbränden und Schnupfen geplagt.
Durchfälle, Allergien und Hautverletzungen treten ebenfalls häufig auf.
Grund genug also, um rechtzeitig vor Abreise für den richtigen Krankenversicherungsschutz zu sorgen. „Wer zu sorglos ist, kann sonst leicht in finanzielle Bedrängnis geraten“, warnt DAK-Expertin Kirsten Bothe.

Grundsätzlich gilt: In Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz können mit der europäischen Krankenversicherungskarte direkt Arzt, Krankenhaus oder andere so genannte Leistungserbringer aufgesucht werden. Bei den meisten neueren Krankenversicherungskarten befindet sich die europäische Krankenversicherungskarte auf der Rückseite. Ist dies nicht der Fall, sollten Versicherte sich rechtzeitig vor Beginn der Reise bei ihrer Kasse melden.

Mit der Türkei, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Bosnien Herzegowina, Kroatien oder auch Tunesien gibt es Sozialversicherungsabkommen. Dort gilt der Auslandskrankenschein. Dieser wird ebenfalls von der Kasse ausgestellt. „Wer in diesen Ländern, in einem EWR-Staat oder der Schweiz erkrankt, hat Anspruch auf die Leistungen, die das Sozialsystem des jeweiligen Landes vorsieht“, erläutert Kirsten Bothe. „Da das deutsche Gesundheitswesen zu den besten Europas gehört, ist der Versicherungsschutz in vielen anderen Ländern allerdings zwangsläufig schlechter.“

Wer in einem Land ohne Sozialversicherungsabkommen krank wird, erhält eine Privatrechnung. Diese kann häufig nur anteilig erstattet werden, wenn vor Reisebeginn der Kasse schriftlich von der Versicherung bestätigt wird, dass aufgrund des Lebensalters oder bestehender Erkrankungen keine Möglichkeit bestand, eine Auslandsversicherung abzuschließen. Ist dies nicht der Fall, bleibt

der im Ausland Erkrankte auf den Kosten sitzen. Auch dürfen die deutschen Kassen die Kosten für einen Rücktransport nach Deutschland generell nicht übernehmen.

Es kann auch dazu kommen, dass innerhalb der EWR-Staaten, der Schweiz oder den Ländern mit Sozialversicherungsabkommen einzelne Leistungserbringer nicht über die europäische Krankenversicherungskarte oder den Auslandskrankenschein abrechnen. Patienten erhalten dann ebenfalls eine Privatrechnung. Da diese Privatrechnungen nicht voll von der deutschen Krankenkasse übernommen werden und der Rücktransport auch hier nicht übernommen werden darf, entstehen dem Urlauber weitere Kosten.

„Wir raten daher dringend zu einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung“, so DAK-Expertin Bothe. Die meisten Kassen bieten ihren Versicherten mittlerweile günstige Zusatz-Versicherungen mit Partnern an, die meist unter zehn Euro Jahresprämie liegen. Für Familien gibt es häufig spezielle Angebote. „Die DAK arbeitet hier beispielweise mit der HanseMerkur zusammen. Bei diesen Zusatz-Versicherungen ist dann meist auch der Rücktransport nach Deutschland eingeschlossen.“

3. Pillen zum Spartarif
Vorsicht vor Medikamenten-Schnäppchen aus dem Ausland
Aspirin aus den USA, die Anti-Baby-Pille aus Spanien: Im Ausland bieten
viele Pharmakonzerne ihre Medikamente wesentlich günstiger an als in
Deutschland. Deshalb decken sich viele Deutsche im Urlaub mit preiswerten
Arzneimitteln ein.
Medikamenten-Schnäppchen aus der Ferne sollte man allerdings kritisch gegenüberstehen. „Das deutsche Arzneimittelrecht ist nicht ohne Grund so streng“, sagt Apothekerin und DAK-Expertin für Arzneimittel Dr. Stefanie Schellhammer. Melatonin ist ein solches Beispiel. Das Hormon regelt den Tag-Nacht-Rhythmus und ist in den USA frei verkäuflich, da es als Nahrungsergänzungsmittel gilt. Bislang existieren aber kaum kontrollierte Studien. „Niemand weiß, ob die Mittel langfristig unbedenklich sind. Die Behandlung ist daher nicht ohne Risiko“, erklärt Dr. Stefanie Schellhammer. In Deutschland ist das Präparat deshalb rezeptpflichtig und wegen der umstrittenen Wirksamkeit nur in Ausnahmefällen verordnungsfähig. „Nehmen Sie nur das, was Sie auch in Deutschland kaufen würden“, rät die DAK-Expertin. „Einige Präparate enthalten Wirkstoffe, die nicht gekennzeichnet, aber gesundheitsschädlich sind.“

Doch was passiert, wenn die „Fracht“ am heimischen Flughafen durch den Zoll muss? Wie viele Medikamenten-Packungen darf man einführen? Und welche Wirkstoffe sind überhaupt erlaubt? Nach Deutschland importierte Medikamente unterliegen dem deutschen Arzneimittelgesetz. Mit diesem Gesetz soll sichergestellt werden, dass nur Produkte auf den heimischen Markt gelangen, die für den Verbraucher unbedenklich sind. Die Mengen, die Sie mitbringen dürfen, sind ebenfalls begrenzt: „Am Zoll kann es zu Problemen kommen, weil einige Mittel in zu großen Mengen eingeführt werden, in Deutschland gar nicht zugelassen oder sogar gefälscht sind und damit nicht die erwünschte Wirkung herbeiführen“, warnt Dr. Stefanie Schellhammer. In diesem Fall kann der Zoll die Waren auch beschlagnahmen. Grundsätzlich gilt: In den Koffer darf nur der persönliche Bedarf für drei Monate. Verboten ist, Arzneimittel gegen Bezahlung für andere zu importieren oder zu gewerblichen Zwecken. Während eine Schachtel Aspirin also unproblematisch ist, droht bei einem Zweijahresvorrat der Antibabypille Ärger.

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TERMINE AUS DEM DAK-KALENDER
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12.05.2009    Internationaler Tag der Pflegenden
12.05.2009    DAK-Pressekonferenz: Jugendliche und Alkoholwerbung.
12.05.2009    Internationaler CFS-Tag (Chronisches Erschöpfungssyndrom)
31.05.2009    Weltnichtrauchertag
06.06.2009    Sehbehindertentag
10.06.2009    Kindersicherheitstag
26.06.2009    Internationaler Anti-Drogen-Tag

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