“ Zunehmende Gefahr durch Zecken“

1. Infektionskrankheiten durch Zecken nehmen zu
2. So schützen Sie sich vor den gefährlichen Blutsaugern
3. Vorsicht vor Zecken!

1. Infektionskrankheiten durch Zecken nehmen zu
DAK-Daten belegen steigendes Risiko
Jetzt krabbeln sie wieder: Zecken. Hochsaison haben die kleinen Vampire
gewöhnlich von April bis Oktober, bei wärmerem Wetter aber auch früher oder
später. Denn Zecken richten sich nicht nach der Jahreszeit, sondern nach
der Temperatur. Mit der Frühlingssonne und ab etwa acht Grad Celsius
erwachen die winzigen Blutsauger aus ihrem Winterschlaf. Und sobald die
Plagegeister Wald- und Wiesenboden bevölkern, steigt die Infektionsgefahr
für Menschen. Denn
der kleine Stich kann schlimme Folgen haben: Zecken und die von ihnen
übertragenen Krankheiten Lyme-Borreliose und die Hirnhautentzündung
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) bleiben auch weiterhin auf dem
Vormarsch. Das belegen DAK-Daten: So wurde im Jahr 2006 bei 22.276
Versicherten eine Lyme-Borreliose diagnostiziert. 2007 waren es bereits
23.310 – ein Anstieg von mehr als 1.000 Versicherten. Insgesamt
infizieren sich nach bisherigen Schätzungen jährlich mindestens
zwischen 40.000 bis 60.000 Menschen in Deutschland. Die Lyme-Borreliose
ist damit die in Deutschland am häufigsten vorkommende, durch Zecken
übertragene Infektionskrankheit.

Die DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer rät deshalb allen Naturfreunden und
Freiluftliebenden besonders achtsam zu sein und sich sorgfältig vor den
Zeckenstichen zu schützen: „Viele Menschen sind auch verunsichert, wie
gefährlich eine von Zecken übertragene Krankheit überhaupt ist. Eine
sachliche Aufklärung ist deshalb enorm wichtig.“

Zecken wandern inzwischen auch Richtung Norden
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind etwa zehn bis 35
Prozent der Zecken mit Borrelien befallen. Da nicht nach jedem
Zeckenstich eine Übertragung stattfindet, kommt es bei 1,5 bis sechs
Prozent der Betroffenen zu einer Infektion und bei bis zu 1,4 Prozent
zu einer Erkrankung. Während es Zecken, die Borreliose übertragen, in
ganz Deutschland gibt, kommen Zecken, die den FSME-Virus in sich
tragen, hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg vor. Inzwischen
sind aber auch nördlicher gelegene Gegenden betroffen: Risikogebiete
finden sich in Hessen, in Rheinland-Pfalz und in Thüringen. Zwischen
0,1 und fünf Prozent der Zecken in diesen Endemiegebieten sind mit dem
FSME-Virus verseucht. Insgesamt hatten sich im vergangenen Jahr 287
Menschen mit FSME infiziert. Deutlich mehr als im Jahr 2007, denn da
gab es laut RKI nur 238 Fälle.

Wer eine Urlaubsreise nach Österreich, in die baltischen Länder, nach
Polen, Tschechien, Slowakien, Ungarn, Kroatien, Albanien, Slowenien,
Russland, Südschweden oder Finnland plant, muss wissen, dass diese
Gebiete ebenfalls als FSME-Gebiete gelten. Bei aller Freude auf die
sommerliche Freiluftsaison sollte man deshalb auf die eigene Gesundheit
achten, rät DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. Denn selbst kleine Stiche
können zu ernsthaften Erkrankungen führen.

2. So schützen Sie sich vor den gefährlichen Blutsaugern
Zecken leben in Bodennähe im hohen Gras, Unterholz, Sträuchern, Büschen
sowie im losen Laub. Beim Spaziergang, beim Pilze sammeln oder auch beim
Spielen im Freien gelangen die Spinnentiere auf die Kleidung oder Haut.
Dort suchen sie nach einer warmen Körperstelle und saugen sich fest. Die
DAK gibt Tipps, wie Sie sich und Ihre Kinder vor Zeckenstichen schützen
können.

  • Tragen Sie im Wald geschlossene Schuhe und Bekleidung, die Arme und
    Beine bedeckt. Die Kleidung sollte hell sein, denn so lassen sich die
    dunklen Zecken schon erkennen, bevor sie sich festgesaugt haben.
  • Setzen Sie sich nicht ungeschützt auf den Boden, sondern benutzen Sie immer eine ausreichend große Decke.
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel (Repellentien).
  • Untersuchen Sie Ihren Körper gründlich auf Zecken. Besonders gern
    stechen die kleinen Blutsauger an Kopf und Hals, zwischen den Beinen
    und in den Kniekehlen zu. Bei Kindern sollte der Hals, die Ohren und
    der Bereich des Haaransatzes besonders gut untersucht werden. Kinder
    werden vor allem am Kopf gestochen.
  • Entfernen Sie Zecken sofort. Je länger die Zecke nämlich in der
    Haut steckt und Blut saugt, desto größer ist das Ansteckungsrisiko.
    Deshalb ist es wichtig, Zecken schnell zu entfernen. Beim Entfernen
    darf die Zecke jedoch nicht gequetscht werden, damit der infizierte
    Mageninhalt der Zecke nicht in die Einstichstelle gedrückt wird. Mit
    Hilfe von Pinzetten oder Zeckenkarten aus der Apotheke können die
    Spinnentiere direkt am Beißwerkzeug gepackt und aus der Haut gezogen
    werden. Drehen ist allerdings nicht sinnvoll. Nach dem
  • Entfernen sollte die Stichstelle desinfiziert und einige Tage lang beobachtet werden.
  • Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte gleich zu einem Arzt gehen.
  • Die Zecke sollte auf gar keinen Fall mit Öl, Nagellackentferner
    oder anderen Chemikalien betäubt werden, weil sie dann vermehrt
    Magensaft absondert.
  • Wer in Risikogebieten lebt oder eine Urlaubsreise dorthin plant,
    sollte überlegen, sich gegen den Erreger von FSME impfen lassen. Hier
    übernimmt die DAK die Kosten.

3. Vorsicht vor Zecken!
Das müssen Sie über Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
wissen
Welche Beschwerden treten auf? – Wie kann die Erkrankung behandelt werden?

Erreger der Lyme-Borreliose ist das
Bakterium Borrelia Burgdorferi. Einmal in die Blutbahn des Menschen
eingedrungen, wandert es vom Zeckenstich ausgehend nach außen. Erste
Reaktionen zeigen sich meist zwischen ein bis zwei Wochen danach: „Rund
um den Einstich bildet sich eine ringförmige Hautrötung, die sogenannte
Wanderröte, auch Erythema chronicum migrans genannt“, erklärt
DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. „Später klagen Betroffene über
Kopfschmerzen, Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen und
Lymphknotenschwellungen. In sehr seltenen Fällen kann im Frühstadium
auch das Herz betroffen sein.“

Wer nach einem Zeckenstich eine solche Hautrötung an sich entdeckt,
sollte sofort zum Arzt gehen. Das Erythema migrans ist ein eindeutiges
Zeichen für eine Borreliose. In der nächsten Phase kann es zu
neurologischen Störungen kommen, beispielsweise zu einer Lähmung der
Gesichtsmuskeln. In dieser späten Phase spielt sich die Borreliose
hauptsächlich an den Gelenken ab. Es kann zu einer chronischen
Gelenkentzündung kommen. Typisch für das Spätstadium ist außerdem eine
besondere Hautentzündung. Bei dieser Hauterkrankung bildet sich die
Haut vor allem an den Fingern, Händen, Zehen, der Nase und am Kinn
sowie an Ellenbogen und Knie zurück. Sie wird dünn wie Zigarettenpapier
und verfärbt sich violett. In sehr seltenen Fällen ist auch eine
Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks möglich, die zu bleibenden
Schäden wie beispielsweise Lähmungen führen kann.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) beginnt
oftmals wie eine leichte Sommergrippe. „Erste Symptome bei der
Frühsommer-Meningoenzephalitis sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen,
Erbrechen und Schwindelgefühl“, erklärt die DAK-Expertin. „Nach einer
beschwerdefreien Zeit von einigen Tagen oder sogar Wochen entzünden
sich bei rund zehn Prozent der Infizierten die Hirnhäute und das
Gehirn. Bleibende Schäden wie Lähmungen oder lang anhaltende
Kopfschmerzen können nach einer durchmachten FSME auftreten.“ Je älter
der Patient ist, desto schwerer verläuft in der Regel die Erkrankung.
Rund ein Prozent der Betroffenen sterben an FSME.

Wie kann die Erkrankung behandelt werden?

Bei der FSME sind Antibiotika wirkungslos, da es sich um
eine Viruserkrankung handelt. Der Arzt kann nur versuchen, die Symptome
zu lindern. Während es gegen Borrelien bislang keinen Impfstoff gibt,
kann man sich gegen FSME insbesondere in den Risikogebieten impfen
lassen. „Möglich ist eine vorbeugende Aktiv-Immunisierung, die drei
Jahre wirkt, oder eine passive Immunisierung.“, so Dr. Waltraud
Pfarrer. „Diese bietet allerdings nur einen 70prozentigen Schutz.“ Die
beste Zeit für eine Impfung liegt zwischen April und Oktober.

Die DAK-Ärztin rät allen Betroffenen beim ersten Anzeichen einer
Borreliose sofort zum Arzt zu gehen: “Im Gegensatz zur
Frühsommer-Meningoenzephalitis sollte die Borreliose
sofort mit einem Antibiotikum behandelt werden. Je früher die Therapie
beginnt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie ebenso früh
wieder vollständig ausheilt.“ In der Schwangerschaft muss der Arzt eine
Borreliose ebenfalls mit Antibiotika behandeln, denn eine unbehandelte
Borreliose kann für das Kind gefährlich werden. Inzwischen gibt es eine
Reihe von Antibiotika, die dem Kind nicht schaden.

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TERMINE AUS DEM DAK-KALENDER
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22.03.2009    Weltwassertag
24.03.2009    Welt-Tuberkulosetag
07.04.2009    Weltgesundheitstag

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