Wenn das Schmelzwasser kommt – Emscher und Ruhr bereits mit höherem Wasserstand

Viele bleiben auf ihrem Schaden sitzen

Der Frühling kündigt sich an, die Temperaturen steigen und damit auch
das Risiko, dass Schmelzwasser Überschwemmungen verursacht.
Versicherungen können diese zwar nicht aufhalten, aber sie können die
finanziellen Einbußen mildern.

Für Folgen von Naturgewalten, die große Schäden anrichten können,
versichert man „schon immer“ Haus, Haushalt und Unternehmen. Doch die
Standard-Wohngebäudeversicherungen kommen nicht für Schäden an Wänden
und Böden auf, die durch Schmelz- und Regenwasser verursacht werden.
„Dafür ist die Elementarschadenversicherung zuständig“, informiert
Ingo Aulbach, Sprecher des Bezirks Rhein-Ruhr im Bundesverband
Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Sie kommt für Wertverluste
durch Hochwasser und Erdrutsch, durch Lawinen, Erdsenkung und sogar
durch Erdbeben auf und lässt sich an schon bestehende Gebäude- und
Hausratversicherungen ankoppeln.

Nicht nur Wasserschäden, auch Ölschäden können entstehen, wenn der
Keller überflutet wird. Halbleere Tanks können nämlich „aufschwimmen“
und sich aus der Verankerung reißen. Das Heizöl mischt sich dann mit
dem Brackwasser. Für diese Ölschäden am eigenen Haus und die
Gewässerverunreinigung, für die der Tankbesitzer haftet, reicht eine
um Elementarschäden erweiterte Gebäude- oder Hausratversicherung nicht
aus. „Deshalb sollten Hauseigentümer mit Ölheizungen, selbst wenn sie
sich absolut sicher vor Überschwemmungsschäden fühlen, an eine
Gewässerschadenhaftpflicht- oder Öltankversicherung denken“, empfiehlt
Aulbach und Kollegen. „Denn schon manche Überflutung kam aus der
eigenen Wasserleitung. Ein unbemerkter Rohrbruch lässt den Pegel im
gut abgedichteten Keller schnell auf eine kritische Höhe steigen.“

Eine besondere Warnung gilt den Autofahrern. Die
Teilkasko-Versicherung ist zuständig, wenn ein Auto in einer
überfluteten Straße oder Tiefgarage geschädigt wird. Das bedeutet
meist den Totalschaden. Wer aber mutwillig ausprobiert, ob er mit dem
Wagen ein überflutetes Straßenstück schafft und dann stecken bleibt,
handelt grob fahrlässig und muss mit einer Minderung der
Versicherungsleistung rechnen. „Dann hat man plötzlich nicht nur kein
Auto mehr, sondern auch die Geldquelle Teilkasko versiegt“, so
Aulbach.

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