“ Herbst“

GESUNDHEIT & MEDIZIN
1. Mit Kohl und Kürbis gegen Erkältung
2. Gefühlter Herbst

DAK-FORSCHUNG
1. Deutschland – Erkältungsland
2. Forsa-Studie Erkältung

1. Mit Kohl und Kürbis gegen Erkältung
Im Interview: DAK-Ernährungswissenschaftlerin Hanna-Kathrin Kraaibeek
Kürzer, kühler und dunkler – das ist der Trend dieser Tage. Allerdings
nicht in der Mode, sondern im Tagesablauf. In Bus und Bahn wird geniest und
gehustet und die Taschentücher werden allerorten gezückt. Gut, wer jetzt
gegen den Virenansturm gewappnet ist. Wer sein Immunsystem noch aufrüsten
will: DAK-Ernährungswissenschaftlerin Hanna-Kathrin Kraaibeek gibt Tipps,
mit welchen Gemüsesorten Sie sich jetzt stärken können. Frau Kraaibeek, welches Herbstgemüse sollte man essen, um seine Abwehrkräfte noch einmal richtig in Schwung zu bringen?
Herbstzeit ist Kohlzeit. Egal, welche Sorte auf den Tisch kommt: Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl… Kohl ist ideal zur Vorbeugung gegen Erkältung, aber auch dann, wenn die Nase schon läuft. Er versorgt den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen, die das Immunsystem stärken und den Körper gegen Infektionen wappnen. Fast alle Kohlsorten sind reich an dem Erkältungsblocker Vitamin C. Gekochter Rosenkohl enthält zum Beispiel mehr Vitamin C als die gleiche Menge Orangen. Und frischer gegarter Brokkoli fast doppelt so viel wie Zitronen. Außerdem steckt auch häufig das Vitamin E im Kohl. Beide sind wichtige Antioxidantien, die freie Radikale binden. Sie schützen so die Zellen und erhalten die Abwehrkräfte.

Kohl scheint ja eine Wunderwaffe zu sein. Was steckt noch in ihm?
Kohlfuttern macht nicht nur gegen Erkältungen fit, sondern stärkt von Kopf bis Fuß. Er enthält neben Vitaminen und Mineralstoffen reichlich Ballaststoffe und eignet sich hervorragend zum satt essen – ohne schlechtes Gewissen. Denn er besteht zu großen Teilen aus Wasser. Kohl ist Lieferant für Kalzium, Kalium und Eisen. Während Kalzium für feste Knochen, starke Nerven und Muskeln sorgt, reguliert Kalium den Blutdruck. Das Spurenelement Eisen wird für die Bildung des Blutfarbstoffes Hämoglobin benötigt. Auch die für den Zellaufbau wichtige Folsäure findet sich zum Beispiel in Wirsing, China- oder Grünkohl.

Kürbis hat jetzt ebenfalls Saison. Wie steht es mit diesen orangefarbenen Köpfen?
Kürbisse eignen sich ideal für Suppen, Eintöpfe oder Gratins. Wer leicht friert, sollte Kürbissuppe löffeln, denn Kürbis wärmt von innen. Das Fruchtfleisch ist voller Mineralien und Vitamine. Vor allem die Kerne haben es in sich: Sie sind nicht nur ein leckerer Snack zwischendurch, sondern beliefern den Körper gleichzeitig mit den Spurenelementen Selen, Kupfer und Zink. Letzteres unterstützt die Abwehrkräfte und wehrt Viren ab. Kürbiskerne und Kürbiskernöl sind auch bei Blasen- und Prostataproblemen zu empfehlen.

Gibt es noch andere Gemüsesorten, die Sie jetzt im Herbst empfehlen?
Pilze sind sehr gesund und schießen gerade überall aus dem Boden. Heimische Pilze, wie Pfifferlinge, Maronen, Butter- oder Steinpilze, bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und sind extrem kalorienarm, dafür aber reich an Mineralien und Spurenelementen. Pilzesser werden zudem mit den für Nerven und Muskeln wichtigen B-Vitaminen versorgt und mit Vitamin D, das gut für die Knochenbildung ist. Die Ballaststoffe regulieren die Verdauung. Auch an Eiweiß für den Muskelaufbau mangelt es den „behüteten“ Wiesen- und Waldbewohnern nicht. Zum Sammeln sollten sich aber nur Kenner im Wald tummeln. Wer keine Ahnung hat, welche Pilze essbar sind, genießt lieber die frische Waldluft bei einem Spaziergang.

2. Gefühlter Herbst
Wenn der Wetterwechsel krank macht
Gestern noch im T-Shirt durch den Park spaziert, heute bei Wind und Regen
warm verpackt mit Pullover und Jacke unterwegs. Ein Wetterumschwung ist
unangenehm, besonders für wetterfühlige Menschen. Experten schätzen, dass
jeder Zweite in Deutschland unter Wetterumschwüngen leidet – mit mehr oder
weniger starken Symptomen. „Luftdruck- und Temperaturschwankungen bewirken bei den Betroffenen oft Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche, Schlafstörungen, Übelkeit, Nervosität oder Gelenk- und Narbenschmerzen“, sagt DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. „Stimmung und Leistungsfähigkeit sinken. Viele werden krank geschrieben in dieser Zeit.“ Spezielle Medikamente gegen Wetterfühligkeit oder Therapien gibt es nicht, aber Möglichkeiten sich gegen das Wetter abzuhärten. Die DAK-Expertin gibt Tipps, wie man den Körper für den Herbst und den Wetterumschwung vorbereitet:

Gehen Sie viel an die frische Luft. Am besten bei jedem Wetter. So ist Ihr Körper bestens gewappnet – egal, ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint.
Härten Sie sich durch Wechselduschen, Kneipp-Güsse und Saunagänge ab. Dann kann auch Kälte dem Körper nichts anhaben.
Sport, vor allem Ausdauertraining, bringt den Kreislauf auf Trab, hält fit und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ideale Sportarten sind Walking, Schwimmen und Radfahren.
Gönnen Sie Ihrem Körper Ruhe und Auszeiten. Lassen Sie öfter die Seele baumeln bei ruhiger Musik, einem guten Buch oder einem heißen Bad. Und: Schlafen Sie ausreichend. Wellness für die Seele stärkt auch den Körper.

Ebenfalls wichtig: eine ausgewogene Ernährung. „Mineralstoffe und Vitamine stärken den Körper bei Wetterumschwüngen“, weiß Dr. Pfarrer. „Am besten man verzichtet in dieser Zeit auch auf Alkohol und Nikotin. Beides belastet den Körper unnötig.“

1. Deutschland – Erkältungsland
DAK-Umfrage belegt: 60 Prozent der Deutschen niesen und husten Ältere am
fittesten / Omas Hausmittel gefragter als Medikamente
Trübe Tage, Regen, sinkende Temperaturen – ideale Bedingungen für
Erkältungsviren: 47 Prozent der Deutschen leiden ein- bis zweimal im Jahr
an einer Erkältung. Öfter als zweimal im Jahr läuft die Nase bei zwölf
Prozent der Befragten. Zwei Fünftel erkälten sich dagegen so gut wie nie.
Das ergab das aktuelle DAK-Gesundheitsbarometer. Vor allem die über 60-Jährigen scheinen besonders fit zu sein. Jeder Zweite in dieser Altersgruppe gab an, sich nie zu erkälten.
„Dass viele Ältere selten Schnupfen und Husten haben, könnte an der empfohlenen Grippeimpfung ab 60 Jahren liegen“, sagt DAK-Ärztin Dr. Cordula Sohst-Brennenstuhl. „Die Abwehr läuft danach auf Hochtouren und lässt auch Erkältungsviren keine Chance.“ Grund genug für Impf-Muffel, sich jetzt noch den Pieks zu holen. Denn im Alter wird der Immunschutz schwächer und der Körper anfälliger für Viren.

Um bei Erkältungen schnell wieder auf die Beine zu kommen, setzen die Deutschen auf natürliche Mittel: Mehr als die Hälfte der Befragten trinkt viel (61 Prozent) und vertraut auf Hausmittel, wie heiße Zitrone, Zwiebelsaft und Wickel (58 Prozent). Mit ausreichend Schlaf versuchen es 46 Prozent. Zu Medikamenten greifen gut zwei Fünftel. Zum Arzt geht lediglich jeder Vierte – überwiegend Jüngere: Ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen lässt sich bei einer Erkältung ärztlich beraten und behandeln. Medikamente werden bevorzugt von den 30- bis 44-Jährigen genommen: Jeder Zweite von ihnen sucht Hilfe in der Apotheke. Die guten alten Hausmittel werden am häufigsten von Frauen (63 Prozent) und den so genannten Best-Agern ab 45 (65 Prozent) und 60 Jahren (68 Prozent) angewandt. Auch in den neuen Bundesländern sind Omas Erkältungs-Rezepte mit 66 Prozent besonders populär.

Die DAK-Expertin empfiehlt ebenfalls die „einfachen und sanften Mittel“: „Erkältungen kann man oft ohne Medikamente bekämpfen“, sagt Dr. Sohst-Brennenstuhl. „Gerade im Anfangsstadium wirken Schlaf, viel Flüssigkeit und eine Extra-Portion Vitamine wahre Wunder.“ Auch Bewegung und frische Luft sollten trotz Schniefnase drin sein. Einfach einen ausgedehnten Spaziergang in den Tagesplan einfügen und öfter die frische Herbstluft in die Räume lassen. Doch Vorsicht: Wenn die Erkältung anhält, Fieber und Schüttelfrost hinzukommen, bitte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

*Repräsentative Bevölkerungsumfrage durch Forsa unter 1000 Männern und Frauen ab 18 Jahren.

2. Forsa-Studie Erkältung

Erkältungen

Datenbasis: 1.000 Befragte
Erhebungszeitraum: 3. und 4. September 2008
statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte
Auftraggeber: DAK

39 Prozent der Befragten geben an, dass sie so gut wie nie eine Erkältung haben. Überdurchschnittlich häufig meinen dies die älteren Befragten. Die relativ meisten (47 %) sagen, dass sie ein- bis zweimal im Jahr erkältet sind. Nur wenige haben häufiger eine Erkältung.

Erkältung

              • Normalerweise habenim Jahr eine Erkältung
so gut wie nie
%
ein- bis zweimal
%
drei- bis viermal
%
öfter *)
%
insgesamt
39
47
8
4
Männer
40
48
7
4
Frau
38
47
9
4
18 – 29-Jährige
35
45
14
5
30 – 44-Jährige
32
54
9
4
45 – 59-Jährige
39
45
8
3
60 Jahre und älter
50
43
2
2

*) an 100 Prozent fehlende Angaben „weiß nicht“

Danach gefragt, was sie im Falle einer Erkältung tun, um wieder gesund zu werden, sagen 61 Prozent, dass sie viel trinken. 58 Prozent – eher die Ostdeutschen, die Frauen und die Älteren – versuchen es mit Hausmitteln, wie Wickel, Zitrone oder Zwiebelsaft. 46 Prozent schlafen viel. 43 Prozent kaufen sich Medikamente in der Apotheke oder Drogerie und 24 Prozent gehen zum Arzt und lassen sich beraten.

Maßnahmen gegen die Erkältung*)

trinke viel
%
versuche es mit Hausmittlen
%
schlafe viel
%
kaufe Medika-
mente
%
gehe zum Arzt
%
insgesamt
61
58
46
43
24
Ost
52
66
40
48
24
West
63
56
48
42
24
Männer
59
53
47
39
25
Frau
64
63
46
47
23
18 – 29-Jährige
65
47
56
40
33
30 – 44-Jährige
68
53
48
50
23
45 – 59-Jährige
58
65
49
40
18
60 Jahre und älter
57
68
36
42
24

*) Prozentsumme größer 100, da Mehrfachnennungen möglich

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