DAK-Gesundheitsbarometer Nichtraucherschutz

1. Die letzte Zigarette
2. Meinungen zum Nichtraucherschutz

DAK-Umfrage belegt: Jeder Dritte möchte bundesweit rauchfreie Eckkneipen /
Auch Schutz der Angestellten im Fokus / Anteil der jungen Raucher besonders
hoch

Jeder dritte Bundesbürger (36 Prozent) möchte, dass deutschlandweit Glimmstängel in Einraumkneipen gänzlich tabu sind. Das ergab ein repräsentatives DAK-Gesundheitsbarometer*. Ebenfalls im Fokus: 32 Prozent der Befragten befürworten ein konsequentes Rauchverbot, weil die Gesundheit der in Kneipen und Gaststätten arbeitenden Menschen durch das Passivrauchen gefährdet ist. Gerade die gesundheitliche Gefährdung durch das Passivrauchen wird – so DAK – auch heute noch erheblich unterschätzt. So sterben beispielsweise jährlich rund 3.200 Menschen – also jeden Tag fast neun Menschen – an Herzerkrankungen, Schlaganfall und Lungenkrebs aufgrund von Passivrauchen**.

62 Prozent gaben bei der DAK-Umfrage an, Wirte von so genannten Eckkneipen sollten selbst entscheiden können, ob sie eine Raucherkneipe möchten, weil Nichtraucher ja nicht in diese Kneipe gehen müssen. Dies gaben vor allem Raucher an (85 Prozent). Bei den Nichtrauchern liegt die Zustimmung bei 53 Prozent.

„Die Reaktionen auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von letzter Woche machen deutlich, dass die Thematik dringend einer Klärung bedarf“, sagt DAK-Suchtexperte Ralf Kremer. „Dabei sollte nicht vergessen werden, worum es eigentlich geht, nämlich in erster Linie um die gesundheitliche Gefährdung durch Tabak. Deshalb kann es für uns nur eine Botschaft geben. Ein bundesweit konsequentes Rauchverbot.“ Besonders besorgt ist die DAK um den hohen Anteil der jungen Raucher. So ergab die aktuelle Umfrage auch, dass 43 Prozent der 14- bis 19-Jährigen rauchen. Gerade im Kindes- und Jugendalter ist die gesundheitliche Schädigung aber besonders hoch. Ältere Menschen ab 60 Jahre rauchen am wenigsten (14 Prozent).

Die DAK warnt aber auch vor einer Stigmatisierung der Raucher. „Wir setzen auf den Dialog. Unsere Umfrage zeigt ja auch, dass ein Teil der Raucher, 15 Prozent, ebenfalls für bundesweit rauchfreie Kneipen und Gaststätten ist“, erläutert der DAK-Experte weiter. „Darüber hinaus bieten wir Informationen und Hilfestellung zur Entwöhnung an.“ Infos gibt es unter www.dak-rauchstopp.de oder – speziell für Kinder- und Jugendliche – unter www.justbesmokefree.de .

2. Meinungen zum Nichtraucherschutz
Forsa-Studie

Datenbasis: 1.001 Befragte
Erhebungszeitraum: 1. August 2008
statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte
Auftraggeber: DAK

Das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Nichtraucherschutz beanstandet, dass die gesetzlichen Regelungen in Berlin und Baden-Württemberg für sogenannte Eckkneipen nicht „gleichheitsgerecht“ sind, Einraumkneipen also gegenüber größeren Kneipen mit extra Raucherräumen benachteiligt werden.

62 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass die Wirte selber entscheiden können sollten, ob sie eine Raucherkneipe möchten, da Nichtraucher ja nicht in diese Kneipe gehen müssen.

Besonders häufig finden dies die Raucher (85 Prozent), die formal geringer Gebildeten sowie die Bundesbürger mit mittlerem Abschluss (jeweils 71 Prozent).

36 Prozent der Bundesbürger befürworten ein bundeseinheitliches Rauchverbot, weil der Gesundheitsschutz wichtiger ist als die Interessen der Wirte.

32 Prozent befürworten ein konsequentes Rauchverbot in Kneipen und Gaststätten, weil die Gesundheit der dort arbeitenden Menschen durch das Passivrauchen gefährdet ist.

Wie soll es mit dem Nichtraucherschutz in Deutschland weitergehen?

Die Wirte sollten selber entscheiden können, ob sie eine Raucherkneipe möchten, weil Nichtraucher ja nicht in diese Kneipen gehen müssen
%
Ich befürchte ein bundeseinheitliches Rauchverbot, weil der Gesundheitsschutz wichtiger ist als die Interessen der Wirte

%

Ich befürchte ein*) konsequentes Rauchverbot in Kneipen und Gaststätten, weil die Gesundheit der dort arbeitenden Menschen durch das Passivrauchen gefährdet ist
%
insgesamt
62
36
32
Ost
66
37
39
West
61
36
31
Männer
61
38
32
Frauen
63
35
33
14- bis 29-Jährige
58
35
29
30- bis 44-Jährige
63
37
32
45- bis 59-Jährige
65
33
34
60 Jahre und älter
62
39
32
Hauptschule
71
29
26
mittlerer Abschluss
71
30
30
Abitur, Studium
53
44
37
Raucher
85
15
12
Nichtraucher
53
45
41

*) Prozentsumme größer 100, da Mehrfachnennungen möglich

29 Prozent der Bundesbürger geben an, selbst zu rauchen. 71 Prozent tun dies nicht.

Besonders hoch ist der Anteil der Raucher in der Gruppe der Jüngeren (43 Prozent), besonders niedrig hingegen unter den Älteren (14 Prozent).

Anteil der Raucher

Es rauchen selbst
ja
%
nein
%
insgesamt
29
71
Ost
23
77
West
30
70
Männer
30
70
Frauen
28
72
14- bis 29-Jährige
43
57
30- bis 44-Jährige
35
65
45- bis 59-Jährige
34
66
60 Jahre und älter
14
86
Hauptschule
35
65
mittelerer Abschluss
33
67
Abitur, Studium
24
76

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