D.A.S. Verbrauchertipp Senioren im Straßenverkehr

Senioren am Steuer: Risiken verantwortungsbewusst abwägen

Behörden dürfen nur bei Auffälligkeiten Gutachten anordnen und Auflagen machen

Autofahrer, die sich im Alter noch ans Steuer setzen, haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Statistisch gesehen verursachen sie weniger Unfälle als junge Fahrer, dennoch lassen Seh-, Hör- und Reaktionsfähigkeit im Alter tendenziell nach. Eine Altersbe schränkung oder regelmäßige Gesundheitstests gibt es in Deutschland bislang nicht, so dass Senioren ihre Fahrtauglichkeit eigenverantwortlich einschätzen müssen. Zwar sind Ärzte verpflichtet, Patienten, die z.B. wegen bestimmter Krankheiten oder der Einnahme von Medikamenten nur eingeschränkt straßenverkehrstauglich sind, über die Risiken zu informieren – doch in der Praxis werden solche Warnungen oft vergessen oder nicht ernst genommen. Erst, wenn es zu Auffälligkeiten oder gar zu einem Unfall gekommen ist, können die Behörden einschreiten: Zweifeln sie, ob der Führerscheininhaber aus altersspezifischen Gründen noch fit fürs Fahren ist, können sie ein ärztliches Gutachten verlangen. „Die Gesundheitsprüfung findet dann entweder bei einem Facharzt oder dem Amtsarzt des Gesundheitsamtes statt“, erklärt Anne Kronzucker, Rechtsexpertin der D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. „Anhand des Gutachtens können dann bestimmte Auflagen, wie z.B. das Tragen einer Sehbrille oder ein Nachtfahrverbot angeordnet und sogar in den Führerschein eingetragen werden.“ Im Extremfall wirkt die Behörde auf die freiwillige Rückgabe der Fahrerlaubnis hin, zieht den Schein aber erst ein, wenn der Betroffene der Aufforderung nicht nachkommt.

Thema offensiv angehen, Trainingsangebote wahrnehmen
Auch wenn viele ältere Menschen offensichtlich Probleme mit dem Autofahren haben, scheuen sich Angehörige und Freunde oft, das Thema offen anzusprechen. Schließlich ist mit dem Führerschein ein Stück Unabhängigkeit verbunden, das man nicht gerne aufgibt. „Andererseits macht sich jeder straf- und haftbar, der ein Auto lenkt, obwohl er nicht fahrtauglich ist. Deshalb sollte man verantwortungsbewusst handeln und Angebote zu Überprüfung und Auffrischung der Fahrfitness wahrnehmen bzw. diese dem Angehörigen empfehlen“, rät die D.A.S.-Expertin. In Frage kommen spezielle Tests und Trainings für Ältere, die etwa TÜV, ADAC  und DEKRA entwickelt haben und deren Ergebnisse vertraulich behandelt werden. Um Unsicherheiten im Straßenverkehr zu beseitigen, können selbst Praxisstunden mit einem Fahrlehrer hilfreich sein.
Fahrtauglichkeit im Alter selbst überprüfen
Behörden können nur bedingt eingreifen

Wenn sich betagte Fahrer ans Steuer setzen, haben Angehörige und Freunde oft Bedenken: Schließlich lassen im Alter vielfach nicht nur Hör– und Sehfähigkeit, sondern vor allem das Reaktionsvermögen nach. In Deutschland besteht keine Pflicht zu regelmäßigen Gesundheitsprüfungen für Führerscheininhaber und die Behörden können nur einschreiten, wenn jemand im Straßenverkehr auffällig geworden ist. „Haben sich Zweifel an der Fahrtauglichkeit ergeben, können die Behörden eine Gesundheitsprüfung durch einen Fach- oder den Amtsarzt am Gesundheitsamt verlangen“, erklärt Anne Kronzucker, Rechtsexpertin der D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Je nach Ergebnis bleibt die Fahrerlaubnis bestehen oder wird mit Auflagen verbunden, z.B. dem Tragen einer Brille oder einem Nachtfahrverbot. Nur derjenige, dem der Arzt die Fahreignung komplett abspricht, wird aufgefordert, freiwillig auf seinen Führerschein zu verzichten. Und erst, wenn der Betreffende dem nicht nachkommt, wird der Schein eingezogen. „Es fällt natürlich schwer, auf die gewohnte Mobilität zu verzichten, doch andererseits macht sich jeder strafbar, der ein Auto lenkt, obwohl er nicht fahrtauglich ist“, betont die D.A.S.-Expertin. Sie rät deshalb, verantwortungsbewusst zu handeln, Risiken abzuwägen und beispielsweise Test- und Trainingsangebote von TÜV, ADAC oder DEKRA wahrzunehmen, die speziell auf ältere Autofahrer zugeschnitten sind.

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