Verwaltungsrat des neuen Spitzenverbandes Bund hat sich konstituiert

Der Verwaltungsrat des neuen Spitzenverbandes Bund hat sich konstituiert. 41 Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber der Krankenkassen werden kuenftig die gesundheits- und sozialpolitischen sowie strategischen Entscheidungen des neuen Spitzenverbandes Bund treffen, Ziele fuer die Vertragsverhandlungen im Gesundheitswesen definieren, Rahmenvorgaben fuer den Qualitaets- und Wirtschaftlichkeitswettbewerb der Krankenkassen festlegen sowie die Satzung und den Haushalt des Spitzenverbandes Bund beschließen.

Auf ihrer ersten Sitzung waehlten die ehrenamtlichen Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber zunaechst ihren Vorsitzenden und alternierenden Vorsitzenden. Dabei gilt: Der Vorsitzende bzw. der alternierende Vorsitzende muessen jeweils der Gruppe der Versicherten bzw. Arbeitgeber angehoeren. Der Vorsitz wechselt jaehrlich.

Zum Vorsitzenden waehlte der Verwaltungsrat des neu gebildeten Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen Dr. Volker Hansen, geboren am 25. Februar 1955, Arbeitgebervertreter. Hansen ist seit 2005 Mitglied des Verwaltungsrats der AOK Brandenburg und alternierender Verwaltungsratsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Hauptberuflich ist Hansen stellvertretender Abteilungsleiter „Soziale Sicherung“ bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbaende (BDA) in Berlin.

Zum alternierenden Vorsitzenden waehlte der Verwaltungsrat Willi Budde, geboren am 26. August 1940, Versichertenvertreter. Er ist seit 1970 ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der BKK Mannesmann in Duesseldorf taetig. Seit 1981 ist er in den Verwaltungsrat des BKK Landesverbandes Nordrhein-Westfalen gewaehlt und dort seit 1996 alternierender Vorsitzender. Der Selbstverwaltung des BKK Bundes-verbandes gehoert Willi Budde seit 1987 an; seit 1996 ist er alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates.

Hansen betonte, der neue Verwaltungsrat werde die Interessen der Versicherten und Beitragszahler sowie der Krankenkassen im Spitzenverband verantwortungsbewusst wahrnehmen. Die Arbeitgebervertreter legten sehr viel Wert darauf, dass der staatliche Einfluss im Spitzenverband nicht zu groß werde. Der Wettbewerb der Krankenkassen duerfe keineswegs eingeschraenkt werden, sondern muesse – im Gegenteil – nachhaltig intensiviert werden; es komme darauf an, hier die Spielraeume zu respektieren. „Die wettbewerbliche Struktur der Kassenlandschaft muss sich auch im Spitzenverband Bund weiterhin widerspiegeln“, so Hansen. Ein weiteres Augenmerk wuerden die Arbeitgeber auf die Wirtschaftlichkeit der Entscheidungen im Spitzenverband Bund legen. Schließlich stelle der Spitzenverband mit seinen Entscheidungen die wichtigsten Stellschrauben fuer die Ausgaben der GKV von ca. 150 Mrd. Euro.

Auch Budde erklaerte, es komme entscheidend darauf an, dass der Spitzenverband Bund keine staatliche Behoerde ohne Bezug zum realen Versorgungsgeschehen werde. „Die medizinische Versorgung der rund 70 Millionen Versicherten muss im Mittelpunkt stehen. Der Gedanke der Selbstverwaltung muesse oberste Prioritaet haben, die Entscheidungen muessten nachvollziehbar sein und sich an der Praxis orientieren. Der Verwaltungsrat trage hier eine hohe Verantwortung, denn er stelle das Bindeglied zwischen Spitzenverband Bund, Krankenkassen und den Versicher-ten und Arbeitgebern dar.

Die Verwaltungsratsmitglieder betonten, dass die heutigen Spitzenverbaende der gesetzlichen Krankenkassen auch kuenftig eine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen Spitzenverband Bund und Mitgliedskassen wahrnehmen und Beratungs- und Koordinierungsfunktionen uebernehmen wuerden. In Zukunft naehmen die Spitzen-verbaende verstaerkt Dienstleistungsaufgaben in zentralen Wettbewerbsfelder im Auftrag ihrer Mitgliedskassen wahr. Auch in einem sich verstaerkenden Kassenwettbewerb sei es weiterhin sinnvoll, in gemeinsamen Organisationen Interessen zu buendeln und Synergieeffekte zu erzielen.

Die Mitglieder des Verwaltungsrats wurden am 21.5.2007 von der Mitgliederversammlung des neuen Spitzenverbandes Bund gewaehlt. Gewaehlt wurden sie nach Vorschlaegen der Kassen entsprechend der folgenden Sitzverteilung:

– jeweils 7 Versicherten- und Arbeitgebervertretern der Allgemeinen Ortskran-kenkassen,
– 13 Versichertenvertreter der Ersatzkassen (hier gibt es keine Arbeitgebervertreter),
– je 4 Versicherten- und Arbeitgebervertreter der Betriebskrankenkassen,
– je 2 Versicherten- und Arbeitgebervertreter der Innungskrankenkassen
– je einem gemeinsamen Versicherten- und Arbeitgebervertreter von See-Krankenkasse, Knappschaft und Landwirtschaftlichen Krankenkassen.

Die Sitzverteilung orientiert sich an den Marktanteilen (Anzahl der Versicherten) der verschiedenen Kassenarten.

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