D.A.S. Verbrauchertipp Baumängel

Pfusch am Bau:
Leistungen sind immer häufiger mangelhaft

Niedrig bezahlte Handwerker, schlechtes Material und falsches Zeitmanagement sind die immer häufiger werdenden Ursachen für Baumängel. „Die Qualität der Handwerker schützt vor Mängeln am Bau und zahlt sich auf alle Fälle auf lange Sicht aus“, so Anne Kronzucker, Rechtsexpertin bei der D.A.S., Europas Nummer 1 im Rechtsschutz. Ein Baumangel kann durch eine Abweichung von der Baubeschreibung entstehen. Diese Beschreibung sollte des halb so ausführlich und exakt wie möglich verfasst sein, dann auch verfolgt und letztlich mit dem Ergebnis verglichen werden. Auch wenn der Bauleiter dazu verpflichtet ist, jeden Bauabschnitt zu überprüfen, ist es darüber hinaus für den Bauherrn sinnvoll, alles schrift lich und fotografisch zu protokollieren. Vermutet der Bauherr einen Fehler, so sollte er zunächst den Architekten, bzw. den Bauleiter konsultieren. Bei einem Verdacht auf einen technischen Fehler ist es zudem auf alle Fälle sinnvoll, ein objektives Zweitgutachten ein zuholen, z.B. von TÜV, Dekra, dem Bauherrenschutzbund oder dem Verband Privater Bau herren.

Für alle am Bau beschäftigten Personen gelten die „allgemein anerkannten Regeln der Technik“. Darunter sind sowohl die Maßstäbe des Deutschen Instituts für Normung (DIN), als auch der Erfahrungsschatz der beteiligten Handwerker zu verstehen. Somit gilt es für die Handwerker, ihre Arbeit stets auf die geltenden Richtlinien hin zu kontrollieren, bzw. ihre Zweifel gegebenenfalls dem Bauherrn zu melden. Existiert ein Baumangel, der ein deutig durch die nachlässige Handhabung eines Handwerkers entstanden ist, hat der Hand werker selbst dafür die Haftung zu übernehmen. Wenn aber der Handwerker Bedenken an einer gewissen Planung anmeldet, dies jedoch vom Bauherrn übergangen wird, so haftet wiederum der Bauherr für einen daraus resultierenden Schaden.

Je früher ein Baumangel entdeckt wird, desto besser. „Denn der finanzielle und logistische Aufwand steigt mit der zeitlichen Distanz zum Abschluss der Bauarbeiten“, bemerkt Kronzucker. Unbedingt behoben werden müssen die Mängel, die zu weiteren Schäden führen können, wie schlechte Isolierungen, ineffektiver Wärmeschutz oder stark bröckelnder und rissiger Putz. In diesen Fällen müssen die Mängel der Baufirma gemeldet werden. Kronzucker empfiehlt eine schriftliche Schadensmeldung mit einer genauen Frist zur Behebung des Schadens. Können sich Bauherr und Bauunternehmer nicht einigen, so ist die Entscheidung für einen Schlichtungsausschuss die sinnvollste. Dies führt meist zu einer Einigung und erspart nicht zuletzt gerichtliche Kosten.

In jedem Fall kann der Austausch mit erfahrenen Bauherren bereits vor Baubeginn dazu verhelfen, frühestmöglich Fehler zu vermeiden und Risiken zu erkennen.

Kurzfassung:
Billiglöhne, Zeitdruck und minderwertiges Material:
Wer wird für Fehler am Bau verantwortlich gemacht?

Sie sind der Alptraum eines jeden Bauherrn – Fehler und Schäden am Neubau. Jede Abweichung von der Baubeschreibung kann als so genannter Baumangel bezeichnet werden. Gerade weil die Baubeschreibung den eindeutigsten Beweis für fehlerhafte Leis tungen des Bauunternehmers, bzw. der beteiligten Handwerker liefern kann, sollte diese so detailliert wie möglich formuliert werden. „Es ist außerdem für jeden Bauherrn ratsam, stets jeden Baufortschritt genauestens festzuhalten, bzw. am besten alles zusätzlich zu fotografieren“, empfiehlt Anne Kronzucker, Rechtsexpertin bei der D.A.S., Europas Nummer 1 im Rechtsschutz.
Doch auch für den Handwerker ist es Pflicht, die Gegebenheiten am Bau exakt zu prüfen, bzw. seine Zweifel an der Bauplanung anzumelden. Vernachlässigt er dies, so kann er im Falle eines Schadens dafür haftbar gemacht werden. Geht wiederum der Bauherr nicht auf die Bedenken des Handwerkers ein, so muss er selbst für die Behebung eines etwaigen Schadens aufkommen. Besteht der Verdacht auf einen Baumangel, so sollte der Bauherr am besten eine unabhängige Meinung einholen, z.B. von den Experten von TÜV, Dekra oder dem Bauherrenschutzbund. Bestätigt sich ein Baumangel, so sollte dieser mit einer Be hebungsfrist schriftlich dem Bauunternehmer gemeldet werden. Wenn es in letzter Instanz dazu kommt, dass beide Seiten nicht auf eine Regelung des Schadens übereinkommen können, so rät Kronzucker zur Einigung vor einem Schlichtungsausschuss, was nicht zuletzt den Weg vor das Gericht erspart.
Wie immer ist auch in diesem Fall Vorsicht besser als Nachsicht – vor Baubeginn ist es auf alle Fälle sinnvoll, auf die Erfahrungswerte anderer Bauherren zurück zu greifen, um Risiken gleich von vorneherein erkennen und vermeiden zu können.

Weitere Informationen zu rechtlichen Fragen erhalten Sie unter www.das-rechtsportal.de.

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