Autounfall: Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung prüfen Statt Mietwagen gibt es Geld für die entgangene Fahrzeugnutzung

Jeder, der schon einmal mit seinem Fahrzeug einen Unfallschaden hatte, kennt die problematische Situation: das verunfallte Fahrzeug muss in die Werkstatt und man steht erst einmal ohne Auto da. Lässt sich der Unfall eindeutig dem Unfallgegner anlasten, hat man bis zur erfolgten Reparatur in der Regel Anspruch auf einen Mietwagen. „Wer darauf verzichtet, kann stattdessen für ein privat genutztes Fahrzeug auch Nutzungsausfallentschädigung verlangen“, so Regina Spieler, Rechtsexpertin bei der D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz.

Dies ist der Fall, wenn der Unfallgeschädigte sein Fahrzeug in der Zwischenzeit gerne gefahren und das, z. B. aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung, auch tatsächlich gekonnt hätte. „Der Nutzungswille und die Nutzungsmöglichkeit sind Voraussetzung für eine entsprechende Ersatzleistung“, erläutert Spieler. Wenn beides zutrifft, kann man für die Dauer der Reparatur oder bei nicht mehr fahrbereitem Auto die Nutzungsausfallent-schädigung schon ab dem Unfallzeitpunkt fordern. Nach gängiger Rechtsprechung gibt die Tabelle „Sanden/Danner/Küppersbusch“ Auskunft darüber, wie viel man pro Ausfalltag verlangen kann.“ In der Tabelle sind unterschiedliche Tagessätze für die verschiedenen Fahrzeuggruppen aufgeführt. Zu welcher Gruppe das eigene Auto oder Kraftrad gehört, kann man bei seiner Kfz-Versicherung erfragen, wobei sich die Höhe des Tagessatzes in erster Linie nach Fahrzeugtyp, Hubraum und KW-Leistung richtet. Fahrzeuge, die älter als fünf Jahre sind, werden grundsätzlich um eine Gruppe herabgestuft. Bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind, verweigern die Gerichte immer wieder die Anwendung der Tabelle und beschränken die Entschädigung auf die um fast 2/3 niedrigeren Vorhaltekosten, also Kosten für Steuer und Versicherungsaufwendungen.

Geschädigte, die Nutzungsausfall geltend machen wollen, müssen den Schaden wirtschaft-lich und in einem möglichst kurzen Zeitraum beheben lassen: „Laut Schadensminderungs-pflicht muss der Fahrzeughalter alles Zumutbare unternehmen, um die Kosten zu mindern oder den Schaden abzuwenden“, erklärt die D.A.S.-Juristin. Aus diesem Grund entfällt auch der Entschädigungsanspruch, wenn ein fahrbereiter Zweitwagen vorhanden ist. Die Reparatur ist durch Vorlage der Reparaturrechnung nachzuweisen, im Falle einer Selbst-reparatur durch Zeugenaussagen mit Foto und Materialkostennachweis. Kann der Ge-schädigte die Reparaturkosten nicht vorstrecken und muss erst die Schadenszahlung der Versicherung abwarten, kann sich der Nutzungsausfall entsprechend verlängern. Allerdings muss der Betroffene die gegnerische Versicherung dann auch ausdrücklich und am besten von vornherein auf seine finanzielle Lage hingewiesen haben. Auch bei einem Total-schaden ist man nicht verpflichtet, sofort ein Ersatzfahrzeug zu kaufen und anzumelden: Vielmehr wird dem Geschädigten dafür eine angemessene Frist zugestanden, für die er ebenfalls Nutzungsausfall beanspruchen kann.

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