Einzelrisiko-Konzept für Investitionsgüter

Im Maschinen- und Anlagenbau besteht Bedarf für die Absicherung von Forderungen aus der Lieferung von Anlagen, Maschinen oder Komponenten. Auch damit verbundene Dienstleistungen, zum Beispiel die Montage, bergen für Hersteller und Lieferant ein finanzielles Risiko. Bei der Absicherung über eine Kreditversicherung waren Unternehmen bislang weitgehend auf die staatliche Kreditversicherung angewiesen. Jetzt nimmt sich Coface Deutschland verstärkt der Einzelrisiko-Absicherung an. Dazu bietet Coface Kredit die Variante Single Risk/Einzelinvest an. Daneben ist über die Factoringgesellschaft Coface Finanz der Ankauf von Forderungen im Rahmen von Investitionsgütergeschäften möglich.

Hauptgründe für die bisher eher restriktive Haltung der privaten Kreditversicherer sind die mittel- und langfristigen Zahlungsziele bei den Projekten und die fehlende Risikostreuung. Die Kreditversicherung erstreckt sich üblicherweise auf viele Kunden eines Lieferanten und auf revolvierende, also sich wiederholende Lieferungen. Die Zahlungsziele liegen im kurzfristigen Bereich, der in der Regel auf sechs Monate ausgelegt wird.

Das Single Risk-Konzept von Coface Kredit bietet Schutz für Projekte im In- und Ausland mit Laufzeiten bis fünf Jahre. Die maximale Laufzeit, wie auch die Einzelheiten des Engagements und die Prämien, hängen vom jeweiligen Länderrating des Ziellandes und der Bonität des Käufers ab. Zusätzlich zum langfristigen Bereich können auch Maschinenlieferungen mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahren in Länder der EU, also auch an deutsche Kunden, abgesichert werden. Integriert wird ein permanentes Bonitätsmonitoring. Denn gerade bei längeren Laufzeiten kann eine verschlechterte Bonität des Auftraggebers erhebliche Probleme bereiten. Auch die Mitversicherung ausländischer Tochtergesellschaften ist möglich, die sich zum Beispiel um die Montage einer Anlage im Zielland kümmern, Teile fertigen oder zuliefern. Der ausländische Zulieferanteil ist nicht beschränkt.

„Das Risiko für den Auftragnehmer beginnt nicht erst bei Lieferung und Beginn des Zahlungszeitraums“, lenkt Benoît Claire den Blick auf eine Risikokomponente, die sich bei großvolumigen Projekten besonders auswirken kann. „Bei hochwertigen Anlagen zum Beispiel entstehen auch hohe Vorleistungskosten“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Coface Deutschland. „Deshalb ist auch die Absicherung des Fabrikationsrisikos möglich.“ Dieses „Pre-Shipment“-Risiko werde häufig vernachlässigt. So bietet die Coface Deutschland auch die permanente Überwachung der Bonität von Vorlieferanten über „@rating“ an. Der insolvenzbedingte Ausfall eines Vorlieferanten kann ein Projekt gefährden und hohe Vertragsstrafen nach sich ziehen.

Jede „Single-Risk“-Police wird individuell auf das jeweilige Geschäft zugeschnitten. Ihre Deckung umfasst wirtschaftliche und politische Risiken auf private und öffentlich-rechtliche Abnehmer und beschränkt sich nicht nur auf die Insolvenz des Abnehmers als Versicherungsfall. Schon die Nichtzahlung nach einer Karenzfrist gilt über den Baustein „Protracted Default“ als Schadenfall. Auch die eventuelle Nicht-Bedienung von Akkreditiven nach der Fabrikationsphase kann eingeschlossen werden. Zusätzlich kann Coface Kredit Bürgschaften und Avale für den Maschinen- und Anlagenbau bereitstellen.

Zusätzlich zur Versicherung der Außenstände können Unternehmen aus dem Anlagen- und Maschinenbau aus ihren Forderungen direkte Liquidität generieren. Die Lösung von Coface Deutschland setzt sich zusammen aus Single-Risk-Cover der Coface Kredit und einem Finanzierungsvertrag mit Coface Finanz. Zielgruppen sind hier bonitätsstarke Unternehmen mit Einzelforderungen bis fünf Millionen Euro und einer Laufzeit bis 36 Monaten. Im Rahmen des Factorings verkauft der Lieferant seine Forderungen regresslos an Coface Finanz.

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