Berufsverband Deutscher Akupunkturärzte warnt vor Teilnahme an der Kassen-Akupunktur

Der Berufsverband Deutscher Akupunkturärzte warnt vor voreiliger Teilnahme an der Kassen-Akupunktur. Obwohl die Vergütung noch nicht allgemein geregelt ist, kann der Arzt seit dem 1.1.07 einen Antrag auf Ausübung der Kassen-Akupunktur stellen. Jeder Arzt sollte wissen, wie er für seine Leistung honoriert wird, bevor er sich dafür oder dagegen entscheidet.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat zwar für die Berechnung der Punktzahl einen Punktwert von 5,11 Cent zu Grunde gelegt, den die einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder jedoch noch nicht durchgesetzt und teilweise weit unterschritten haben. Mit einem Punktwert von 5,11 Cent würde eine 30-minütige Akupunktur mit 24,53 EUR vergütet. Im Modellprojekt der Krankenkassen wurde für eine Akupunktur bisher 25,- EUR (AOK) bzw. 35,79 EUR (Barmer) gezahlt. Privatärztlich wird eine 20-minütige Akupunktur nach der GOÄ mit 46,92 EUR berechnet.

Während einige KVen auf einen Punktwert von 5,11 bestehen, hat die KV Hessen einen Punktwert von 4,45 Cent (21,36 EUR pro Akupunktur) ausgehandelt und die KV Bremen sich sogar auf 3,6 Cent (17,28 EUR pro Akupunktur) runter handeln lassen. Andere KVen stehen noch in Verhandlungen. Ausschließlich die KV als Vertragspartner – nicht die Krankenkasse – ist der Ansprechpartner des Arztes.

Die Fixkosten pro Akupunktur betragen wegen des erhöhten Platzbedarf durch Raummiete, Nebenkosten, Materialkosten, Personalkosten etc. (ohne Arztkosten) 15,- bis 20,- EUR. Unter einem Punktwert von 5,11 wäre die Akupunkturbehandlung als Kassenleistung nicht kostendeckend. Im KV-Bereich Bremen legt der Arzt für eine Kassen-Akupunktur Geld drauf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*