KKH-Soko deckt 846 Betrugsfälle auf: Schaden von einer Million Euro

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hat allein in diesem Jahr Betrügereien im Umfang von rund einer Millionen Euro aufgedeckt. 610.000 Euro davon hat sich die KKH bisher zurückgeholt. „Und viele Fälle laufen noch“, betont Dina Michels, Chefin der KKH-Soko Abrechnungsmanipulation. „Wir setzen alles daran, so viel wie möglich von dem Geld zurückzubekommen“.

Insgesamt hat das Ermittlerteam in diesem Jahr 846 Betrugsfälle abschließend bearbeitet – 116 mehr als im Vorjahr. Pro Arbeitstag werden damit 3,8 Fälle von Abrechnungsmanipulation erfolgreich abgeschlossen. „Die seit Bestehen unserer Ermittlergruppe stetig steigende Zahl an Fällen zeigt, dass unsere Kontrollinstrumente immer besser greifen“, so Volker Bahr, Pressesprecher der KKH. Seit Gründung der Ermittlungsgruppe im Jahr 2001 hat das Team genau 5000 Fälle bearbeitet mit einem Schadensvolumen von rund viereinhalb Millionen Euro.

„Am häufigsten bedienen sich Ärzte, Sanitätshäuser, Krankengymnasten und Pflegedienste bei den Krankenkassen“, erzählt Dina Michels. Der Ideenreichtum ist dabei unerschöpflich. Er reicht vom Internisten, der Magenspiegelungen bei längst verstorbenen Patienten abrechnet, bis hin zu Ärzten und Apothekern, die der KKH Medikamente in Rechnung stellen, die nie ein Patient bekommen hat.

Aktuell werden bei der Soko Abrechnungsmanipulation 1.331 Fälle bearbeitet. „Besondere Sorge bereitet uns, dass die Abrechnungen mit Hilfe netzwerkartiger Strukturen immer dreister manipuliert werden“, erklärt Volker Bahr.

Die KKH hat im März 2001 als erste bundesweit tätige Krankenkasse ein Ermittlerteam eingerichtet – und damit Pionierarbeit geleistet. Seit 2004 sind alle Kassen gesetzlich verpflichet, Betrugsfällen nachzugehen. Inzwischen tauschen sich die Krankenversicherungen bundesweit aus, um die schwarzen Schafe im Gesundheitswesen noch zielgerichteter aufzuspüren.

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