TK-Projekte bieten bessere Versorgung für depressive Patienten

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an einer Depression. So ist allein in der Zeit von 2000 bis 2005 die Zahl der Fehltage aufgrund einer psychischen Erkrankung um mehr als 20 Prozent angestiegen, zeigt der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) 2006. Häufig wird eine Depression sehr spät erkannt. Im Schnitt dauert es sieben Jahre, bis die Betroffenen angemessen behandelt werden – eine große Belastung für die Patienten und ihre Familien. Um Betroffenen einen unnötigen Leidensweg zu ersparen, bietet die TK jetzt mehrere integrierte Versorgungsprojekte an. Dazu zählen das Projekt „Ganzheitsmedizin bei Depression“ sowie das „Versorgungsnetz Depression“.

Fehltage durch psychische Erkrankungen

Das ganzheitliche Behandlungskonzept ist in Berlin und in Nordrhein-Westfalen (Raum Herdecke/Bochum/Dortmund) gestartet. Dr. Torsten Hecke, Arzt bei der TK: „Anthroposophisch und ganzheitlich ausgerichtete Haus- und Fachärzte bilden gemeinsam mit entsprechenden Kliniken ein Netzwerk, in dem der Patient im Mittelpunkt steht und intensiv betreut wird.“ Alle Fachärzte wie beispielsweise Allgemeinmediziner, Internisten, Kinderärzte und Gynäkologen sowie Krankenhausärzte arbeiten eng zusammen. Die Behandlung umfasst Einzel- und Gruppentherapien, Atem- und Bewegungstherapien sowie Angebote, die kreative Ausdrucksmöglichkeiten wie Malen, Werken und Knüpfen einbeziehen. Neben der klassischen medikamentösen Therapie werden pflanzliche Arzneimittel aus der Naturheilkunde und der Anthroposophischen Medizin verwendet.

Das „Versorgungsnetz Depression“ hatte die TK bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Berufsverbänden der Nervenärzte (BVDN), der Psychiater (BVDP) und der Neurologen (BDN) entwickelt. Ziel des Netzes ist es, eine Depression frühzeitig zu erkennen und von Anfang an richtig zu behandeln. Nach dem Start in den drei Pilotregionen München, Hamburg und Lübeck/Herzogtum Lauenburg werden jetzt weitere Regionen wie beispielsweise Saarbrücken und Frankfurt einbezogen.

„Im Versorgungsnetz Depression arbeiten Hausärzte, Fachärzte und Kliniken sehr eng zusammen“, erläutert Dr. Frank Bergmann, Neurologe und Erster Vorsitzender des BVDN. Sie behandeln nach den neuesten medizinischen Leitlinien und bilden sich auf dem Gebiet der Depression regelmäßig fort. Darüber hinaus besprechen die Ärzte in Fallkonferenzen die Diagnosen und Therapien einzelner Patienten und nehmen an Qualitätszirkeln teil. Die Patienten erhalten innerhalb von 14 Tagen Behandlungstermine. Wartezeiten in der Praxis sind im Regelfall auf 30 Minuten begrenzt. Die Betroffenen werden intensiv betreut, dazu gehören auch spezielle Patientenschulungen und ein individueller telefonischer Erinnerungsservice, der den Patienten auf die nächsten Behandlungsschritte hinweist.

Wie es um das eigene seelische Wohlbefinden bestellt ist, können Interessierte einfach per Mausklick testen. Im Internet steht der Online-Check unter www.tk-online.de bereit. Dort gibt es auch ausführliche Informationen zur Depression. TK-Versicherte können sich zudem täglich rund um die Uhr bei den Experten im TK-Ärztezentrum unter der Rufnummer 01802 – 85 00 08 (ab sechs Cent pro Gespräch, abhängig vom Anbieter) über alle Fragen zum Thema Depression informieren. Die Experten-Hotline ist bis zum 28. Februar 2007 geschaltet.

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