Private Pflegezusatzversicherung zur existenziellen Vermögenssicherung

Im Frühjahr 2007 will die Bundesregierung mit Verspätung ihre groß angelegte Reform der Pflegeversicherung in Angriff nehmen. Noch 2008 soll sie Gesetz werden. Deutlich gestärkt werden soll dabei die häusliche Pflege. Die Gothaer hat auf dieses Vorhaben schon im August dieses Jahres reagiert und mit neuen Tarifen dem Vorrang einer Betreuung in den eigenen vier Wänden besonderen Ausdruck verliehen. Für Dr. Frank Tschubar, Leiter Produktmanagement bei der Gothaer Krankenversicherung, ist die Reform der Pflegeversicherung allerdings mittlerweile nicht nur überfällig – sie wäre, hätte man früher gehandelt, in diesem Umfang auch vermeidbar gewesen: „Als die Bundesbürger 1995 verpflichtet wurden, aus ihrem Einkommen für den Fall der Pflegebedürftigkeit vorzusorgen, war das verwendete Modell schon bei der Rentenversicherung gescheitert. Angesichts der damals bereits bekannten demographischen Entwicklung mit auf Dauer immer mehr Alten und immer weniger Jungen konnte es nicht funktionieren.“ In Zahlen wird dies deutlich erkennbar: Zurzeit sind in Deutschland 2,08 Millionen Menschen pflegebedürftig. Schon 2020 werden es nach Erkenntnissen der Gothaer 2,8 Millionen sein. Das bedeutet eine Zunahme um fast 35 Prozent binnen 14 Jahren.

So herrscht denn in den Pflegekassen nicht nur heute schon chronische Ebbe. Vielmehr droht künftig ein ähnlicher Notstand, wie er aus der gesetzlichen Krankenversicherung hinlänglich bekannt ist. Die Folgen der geradezu explodierenden Zahl an Pflegebedürftigen sind seit Jahren sichtbar. Leistungen werden gekürzt, Betroffene wie Angehörige im Pflegefall mit ihren eigenen finanziellen Mitteln kräftig zur Kasse gebeten. Denn eine weitergehende private Zusatzversicherung besitzen nach einer von der Gothaer in Auftrag gegebenen GfK-Studie nur acht Prozent aller Bundesbürger. Und dies obwohl hiernach bei deutlich mehr als der Hälfte der Befragten die zusätzlichen Kosten durch einen Pflegefall die vorhandenen finanziellen Mittel weit übersteigen würden. Wenn überhaupt eine zusätzliche Absicherung abgeschlossen wird, dann vor allem von den 45- bis 59-Jährigen. Dr. Tschubar: „Dies überrascht, denn besonders in jungen Jahren ist der Versicherungsschutz preiswert zu bekommen.“

Eine ausreichende Absicherung tut in jedem Fall Not. 2.690 Euro im Monat kostet nach Angaben der Stiftung Warentest im Schnitt die stationäre Versorgung in der Pflegestufe III – die Kosten für Unterbringung und Verpflegung kommen noch obendrauf. 1.432 Euro übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung. Es bleibt also eine Differenz von mindestens 1.258 Euro. Bei der häuslichen Pflege in der dritten Stufe klafft eine noch größere Lücke von 1.928 Euro. Denn bei durchschnittlichen Kosten von 3.360 Euro beträgt die Leistung aus der vorgeschriebenen Grundversorgung gerade einmal 1.432 Euro.

Wie preiswert das Risiko Pflegebedürftigkeit abgesichert werden kann, beweisen die zu jeder der drei Pflegestufen passenden Tagegeldtarife der Gothaer. Dr. Tschubar: „Um jedem Bedarf und Geldbeutel gerecht werden zu können, haben wir unser Angebot im Sommer erst deutlich ausgeweitet.“ So zahlt ein 30-jähriger Mann für 50 Euro Tagegeld pro Kalendertag im Tarif „PT“ mit der Absicherung für alle drei Pflegestufen 14,30 Euro im Monat, die vergleichbare Frau wegen ihrer längeren Lebenserwartung 23,90 Euro. Im neuen Tarif „PT2“, der ab der zweiten Pflegestufe leistet, fallen für Männer 12,80 Euro und für Frauen 19,90 Euro an. Der ebenfalls neue Tarif „PT3“, bei dem nur die Schwerstpflegebedürftigkeit in der Stufe III versichert wird, kostet den Mann monatlich günstige 4,90 Euro, die Frau 8,20 Euro.

Dr. Tschubar verweist dabei auf die zunehmende Bedeutung häuslicher Pflege: „Von den 2,08 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland bleiben 1,44 Millionen im häuslichen Umfeld. Das sind immerhin 69 Prozent aller Betroffenen.“ Selbst von den Schwerstpflegebedürftigen in Stufe III entscheiden sich nach seinen Angaben nur etwa zwei von drei Patienten für eine stationäre Unterbringung. Er hält deshalb Tagegeldtarife aus einem besonderen Grund für wegweisend: „Bei dem Modell der Gothaer müssen die Angehörigen nicht bis ins Detail jede in Anspruch genommene pflegerische Dienstleistung bzw. nicht die entstandenen Kosten nachweisen.“ Auf diesem Weg könnten sie viel individueller auf die tatsächlichen Bedürfnisse der ihnen Anvertrauten eingehen.

Wird ein Familienmitglied pflegebedürftig, sind alle Generationen gefordert. Denn wenn die pflegebedürftige Person nicht selbst in der Lage ist, die Differenz zwischen der Leistung aus der Pflegekasse und den bei der Pflege verursachten Kosten aus eigenen Mitteln zu finanzieren, muss möglicherweise das Sozialamt in Anspruch genommen werden. Doch dort wird das Geld nur vorgestreckt. Die Kommune setzt anschließend alles daran, die nächsten Angehörigen in Anspruch nehmen zu können. Ein von der Gothaer errechnetes Beispiel zeigt sehr konkret, welche finanzielle Belastung vier Jahre häusliche Pflege in der Stufe II und anschließend drei Jahre vollstationäre Pflege in der Stufe III bedeuten. Der erforderliche Kostenaufwand betrüge insgesamt 190.440 Euro, wovon die Pflegepflichtversicherung 95.760 Euro erstatten würde. Aus eigener Tasche wären also über die sieben Jahre hinweg 94.680 Euro aufzubringen. Dr. Tschubar weist deshalb aus gutem Grund auf einen Aspekt hin, der den meisten Bundesbürgern offenbar noch überhaupt nicht präsent ist: „Die private Pflegezusatzversicherung ist auf den ersten Blick ein vielleicht lästiges und eher theoretisches Rechenexempel von Kosten und Nutzen. Sie dient allerdings der existenziellen Vermögenssicherung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen.“

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