See-Berufsgenossenschaft sichert maritimes Cluster

Die See-Berufsgenossenschaft als Kernelement des bewährten Verbunds der Sozialversicherung für Seeleute sollte erhalten und zukunftsfähig ausgebaut werden. Diese Position der Selbstverwaltung hat der Vorsitzende des Vorstandes, Gert Hüfner, auf der Mitgliederversammlung der gewerblichen Berufsgenossenschaften vertreten. Damit distanziert er sich vom Vorschlag des Hauptverbandes, die See-Berufsgenossenschaft in eine neu zu bildende „Verkehrs-Berufsgenossenschaft“ zu integrieren.

„Der Verbund aus See-Sozialversicherung kombiniert mit den Schiffssicherheitsaufgaben des Bundes stellt der Seeschifffahrt ein effizientes und kostengünstiges Dienstleistungspaket zur Verfügung“, erklärte Hüfner. Unter einem Dach decke das Seehaus die Aufgaben der Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherung für Seeleute sowie der Seemannskasse ab. Außerdem werden im Auftrag des Bundes Schiffssicherheitsaufgaben übernommen. Dafür sei ein enges Netzwerk unter anderem mit Klassifikationsgesellschaften wie dem Germanischen Lloyd, geschaffen worden. Dieses System bilde einen wichtigen Teil des deutschen maritimen Clusters an der Küste mit Hauptsitz in Hamburg. Hüfner betonte: „Das Kernstück des Verbundes ist die See-Berufsgenossenschaft.

Wir stehen vor der Aufgabe, die Dienstleistungsqualität dieses Systems ständig auf die Anforderungen der globalen Schifffahrtsmärkte auszurichten. Es geht heute darum, den deutschen maritimen Standort im internationalen Wettbewerb zu stärken“. Das sei unmöglich, so Hüfner weiter, wenn die See-BG in binnenländische Strukturen eingebunden werde. „Ein solcher Weg reißt ein äußerst erfolgreiches System ohne Not auseinander“, betonte der Vorstandsvorsitzende. „Dadurch würde sich die Dienstleistungsqualität des Schifffahrtsstandortes nicht erhöhen, sondern verteuern!“

Hintergrund: Die Bundesregierung plant eine Reform der gesetzlichen Unfallversicherung, die unter anderem die Anzahl der Versicherungsträger drastisch reduzieren soll. In den bisher vorliegenden Eckpunkten ist vorgesehen, die derzeit 26 Unfallversicherungen in sechs Einheiten zusammen zu fassen, die branchenübergreifend tätig sind. Der Hauptverband hat jetzt ein Konzept für neun Einheiten vorgelegt. Die Selbstverwaltung der See-Berufsgenossenschaft möchte die Eigenständigkeit der See-Berufsgenossenschaft erhalten. Sie argumentiert mit den Besonderheiten der maritimen Wirtschaft, für die im Hamburger Seehaus passgenaue Lösungen angeboten werden.

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