„Rückhalt für Deutschland“: Engagement für den Rücken zahlt sich aus

Zwei von drei Menschen in Deutschland leiden mindestens einmal im Jahr unter Rückenschmerzen, und fast jeder zehnte Krankheitstag geht auf Rückenbeschwerden zurück. Dabei könnten vier von fünf Betroffenen die Schmerzen allein durch Muskeltraining und ausreichend Bewegung vermeiden. Deshalb haben sich die Techniker Krankenkasse (TK) und Professor Dr. Dietrich Grönemeyer mit der Initiative „Rückhalt für Deutschland“ das Ziel gesetzt, die Menschen zu motivieren, rechtzeitig für ihren Rücken aktiv zu werden.

Neben der Prävention von Rückenleiden engagiert sich die TK auch für die Menschen, die bereits unter starken Rückenbeschwerden leiden. Sind die Schmerzen so schlimm, dass man seinen Alltag nicht mehr bewältigen kann, ist schnelles Handeln gefragt – bevor der Schmerz sich verselbstständigt. Das Behandlungskonzept „Neue Wege in der Therapie von Rückenschmerzen“ hat das Ziel, den Betroffenen möglichst schnell und dauerhaft bei Rückenproblemen zu helfen. Erfolgreich, wie eine erste Evaluation zeigt: Über 90 Prozent der Teilnehmer konnten direkt nach Abschluss der Therapie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren – mehr als ein Vierteljahr früher als die Rückenschmerz-Patienten der Kontrollgruppe.

„Rückhalt für Deutschland“

Da Rückenleiden in den meisten Fällen vermeidbar sind, will die Initiative zu mehr Bewegung motivieren und mit ganz konkreten Ratschlägen und Informationen Unterstützung bieten. „Es gibt leider keine ‚Pille Gesundheit‘, die man einfach schlucken kann. Beim Thema Rücken kann man gar nicht früh genug anfangen. Wer die Menschen für eine eigenverantwortliche Gesundheitsgestaltung gewinnen möchte, sollte bei den Kindern anfangen. Abgesehen von täglichem Schulsport halte ich deshalb ein Fach Gesundheitserziehung für dringend notwendig, schon in der Grundschule: Gesundheit ist ein lebenslanger aktiver Prozess der Eigeninitiative“, betont Grönemeyer. Wichtig sei deshalb, umfassende Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, die die Menschen erreicht, indem sie ihrem Lebensrhythmus möglichst gut angepasst ist.

An diesem Ziel orientiert sich auch das Präventionskonzept der TK: „Der Trend geht verstärkt zum Setting-Ansatz – also dahin, die Menschen direkt dort abzuholen, wo sie tatsächlich sind“, sagt Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes. Das Ergebnis sind eine Vielzahl von Angeboten direkt in der Schule, im Job oder für die ganze Familie. Außerdem gibt es viele Gesundheitskurse – zum Beispiel speziell für den Rücken im Fitnessstudio – und ganz individuelle Angebote, mit einem virtuellen Coach im Internet oder mit einer Rücken-DVD zum Mitturnen vor dem Fernseher.

Auch die Events der Initiative „Rückhalt für Deutschland“ finden regen Zuspruch. Klusen: „Auf über hundert Veranstaltungen wie Live-Talkrunden, Vorträgen und Rücken-Check-Stationen konnten wir schon über 350.000 Menschen erreichen. Wie wir finden ein guter Anfang und gleichzeitig Motivation, das Projekt im nächsten Jahr fortzuführen. Geplant ist, mit den Veranstaltungsreihen in 2007 im selben Umfang weiterzumachen.“

„Neue Wege in der Therapie von Rückenschmerzen“

Das Projekt „Neue Wege in der Therapie von Rückenschmerzen“ richtet sich an Patienten, die über eine längere Zeit wegen Rückenschmerzen krankgeschrieben sind. Die TK hat es Mitte letzten Jahres gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) mit dem Ziel ins Leben gerufen, dass die Teilnehmer möglichst schnell und dauerhaft an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. „Die eng aufeinander abgestimmte Kombination aus hochintensiver Schmerzbehandlung sowie umfassender Physio- und Verhaltenstherapie ist meist innerhalb von vier Wochen abgeschlossen. In dieser Zeit sind die Patienten alle zwei Tage in ein mehrstündiges individuelles Behandlungskonzept eingebunden“, erklärt Dr. Thomas Nolte, stellvertretender Vorsitzender der DGS. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf den psychosozialen Aspekten. „Neben den organischen Ursachen spielen auch Leistungsdruck, Stress und Bewegungsmangel bei Rückenschmerzen eine wichtige Rolle“, so Nolte.

Garantiert sind kurze Wartezeiten: Innerhalb von fünf Tagen erhalten die Patienten einen Termin für die Eingangsuntersuchung. Erstmals ist außerdem eine erfolgsabhängige Vergütung für die beteiligten Ärzte vereinbart. Kriterium ist die Rückkehr ins Berufsleben – wird dieses Behandlungsziel in acht Wochen nicht erreicht, erhalten sie nur eine gekürzte Vergütung.

Erste Zwischenergebnisse belegen nun den Erfolg des Konzepts. Neun von zehn Teilnehmern konnten nach Abschluss der Therapie direkt an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. So waren sie mit durchschnittlich 117 Tagen nur halb so lange krankgeschrieben wie die Patienten einer Kontrollgruppe mit 227 Tagen – und zudem deutlich früher schmerzfrei. „Das Projekt ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, dass innovative Konzepte und direkte Verträge zwischen Krankenkassen und Ärzten den Patienten schnell und umfassend helfen. Und das, ohne Mehrkosten zu verursachen. Dieser Vertrag spart der Solidargemeinschaft sogar bares Geld“, betont Klusen. Für die TK rechne er sich schon allein durch die Einsparung beim Krankengeld -ohne die frühere Rückkehr zur Beitragszahlung zu berücksichtigen oder Kosten, die durch alternative Therapien entstanden wären.

Gestartet ist der Integrationsvertrag zunächst in Schmerzzentren in Bremen, Chemnitz, Göppingen/Stuttgart, Köln und Wiesbaden/Mainz. Anfang nächsten Jahres kommen weitere Zentren hinzu, zum Beispiel in Berlin, Hamburg, Hannover, Kiel, Ludwigshafen und München.

Weitere Informationen Die Informationsmaterialien zu „Rückhalt für Deutschland“, wie die Broschüren „Der Rücken“ und „Kindern den Rücken stärken“ oder die DVD „Mein gesunder Rücken“ mit Übungen zum Mitturnen, sind kostenlos in jeder TK-Geschäftsstelle erhältlich. Mehr Informationen zu Veranstaltungen der Initiative gibt es unter www.rueckhalt-fuer-deutschland.de oder www.tk-online.de im Internet.

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